Stadtrat beschließt neue Richtlinie.

Gardelegen: Für Ehrenbürger gibt es 500 Euro

Grabstelle
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Otto Reutter hat zwar eine monumentale Grabstelle, ist aber kein Gardelegener Ehrenbürger.
  • Stefan Schmidt
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Derzeit gibt es keinen lebenden Ehrenbürger in Gardelegen. Über eine neue Richtlinie dazu hat der Stadtrat beraten.

Gardelegen – Aktuell gibt es keinen lebenden Ehrenbürger von Gardelegen. Dennoch beschäftigten sich die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates während ihrer Zusammenkunft, die am Montagabend im Letzlinger Kulturhaus stattfand, mit diesem Thema. Denn es gibt eine nun von den Stadträten beschlossene neue Richtlinie, die auch mögliche Ehrenbürgerschaften betrifft.

Zum Ehrenbürger kann nur ernannt werden, wer zum Zeitpunkt der Auszeichnung noch lebt. Nach dem Tod, also posthum, kann laut Satzung keine Ehrenbürgerschaft mehr verliehen werden – der Ausgezeichnete hätte davon ja auch nichts mehr. Denn wie die Mitglieder des Stadtrates beschlossen, wird eine Ehrenbürgerschaft nicht nur verliehen. Diese Auszeichnung ist auch dotiert. Nämlich mit 500 Euro. Und dieses Geld, so schlugen der Stadtratsvorsitzende Kai-Michael Neubüser und Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher vor, soll nicht in Form eines Sachwertes überreicht werden. Die 500 Euro sollen stattdessen überwiesen werden. Zu diesem Punkt gab es eine kurze Diskussion im Stadtrat. Siegfried Jordan aus Wollenhagen – er ist auch ehrenamtlicher Ortsbürgermeister von Lindstedt – sprach sich für die Geld-Variante aus. Denn es könne ja durchaus sein, dass der Geehrte dieses Geld gar nicht für sich selbst behalten wolle, sondern spenden möchte. Und dies sei bei einem Geschenk im Wert von 500 Euro so nicht möglich. Der Letzlinger Thomas Genz sprach sich ebenfalls für die Geldüberweisung aus. Sein Argument: „Eine Vergleichbarkeit wäre gegeben.“ Soll heißen: 500 Euro sind 500 Euro. Ein Sachgeschenk könne für jemanden hingegen einen höheren oder auch geringeren Wert haben.

Ehrenbürger von Gardelegen ist beispielsweise der einstige Bürgermeister Julius Beck, der 42 Jahre lang im Rathaus regierte. Er wurde kurz nach seinem beruflichen Ausscheiden zum „Ehrenbürgermeister auf Lebenszeit“ ernannt, starb aber acht Jahre später. Kein Ehrenbürger ist hingegen der Humorist Otto Reutter. Er hat zwar eine monumentale Grabstelle auf dem Gardelegener Hauptfriedhof an der Bismarker Straße, dazu gibt es ein Denkmal in der Fußgängerzone. Aber Otto Reutter starb im Jahr 1931 quasi auf der Bühne. Und nachträgliche Ehrenbürgerschaften können, wie erwähnt, nicht verliehen werden.

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