Gardelegens Bürgermeister kritisiert in Sachen Feuerwehr den Innenminister

Fuchs: „Wir fühlen uns vom Land verlassen“

Landes-Innenminister Holger Stahlknecht, hier mit Gardelegens Wehrleiter Wolfgang Hein und Bürgermeister Konrad Fuchs (hinten), lasse die Kommunen bei den Feuerwehren im Stich, so Fuchs.

Gardelegen. Der Haushalt der Stadt Gardelegen wird derzeit erarbeitet. Zwei große Posten sind dabei: Der Kauf von zwei Feuerwehrfahrzeugen.

In diesem Zusammenhang kritisiert Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs (SPD) Landes-Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) scharf und geht mit dem Land generell ins Gericht. Nämlich beim Thema Unterstützung in Sachen Feuerwehren.

Immer wieder, so Fuchs, betone Stahlknecht die Bedeutung der Wehren im Land und dass die Kommunen – ihnen obliegt der Brandschutz – die Verantwortung dafür tragen würden. Doch Fuchs vermisst die – auch finanzielle – Unterstützung aus Magdeburg. Und nennt als Beispiel den seit mehreren Jahren geplanten Neubau eines Feuerwehr-Gerätehaus in Mieste. Immer wieder hatte es Irritationen um den Landes-Zuschuss gegeben. Stahlknecht forderte die Stadt Gardelegen im vergangen Jahr auf, Unterlagen einzureichen – was die Stadt ihrer Darstellung nach durchaus getan habe.

Fuchs betont, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung für die Feuerwehren „durchaus bewusst“ sei. Beispiel: In diesem Jahr will die Stadt – sollte der Stadtrat zustimmen, was aber als sicher gilt – für Potzehne ein neues Tanklöschfahrzeug und für Miesterhorst ein neues Hilfeleistungslöschfahrzeug kaufen. „Man sieht: Wir unterstützen jene Wehren, die funktionieren und bei denen gute Jugendarbeit geleistet wird“, so Fuchs. Und dennoch, mit Blick auf laut Fuchs mangelnde Unterstützung vom Land: „Ich weiß nicht, wie lange wir das als Kommune noch durchstehen können.“ Man fühle sich „vom Land verlassen. Bitte helft uns!“ Die Kommune sei immer „das letzte Glied in der Kette“. Man sei „der letzte A...“

Immerhin, so Fuchs spitz: So wie zu DDR-Zeiten sei es nun nicht mehr. „Damals gab es noch mehr Unfähige, die einem Vorschriften machen wollten.“

Die Beschaffung der beiden Feuerwehrfahrzeuge für Potzehne und Miesterhorst passierte am Mittwochabend den städtischen Wirtschafts- und Finanzausschuss. Und zwar ohne Diskussionen und jeweils einstimmig.

Von Stefan Schmidt

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