Gardelegens Bürgermeister entschuldigt sich für Fernbleiben im Gerätehaus beim Landesfest

Fuchs: „War keine böse Absicht“

Handreichung: Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs, hier bei der Beförderung von Christian Hein zum Oberbrandmeister, entschuldigte sich für sein Fernbleiben beim Landesfest. Fotos (2): Schmidt

Gardelegen. Auf diese Worte hatten sie lange gewartet. Mehr als ein halbes Jahr lang. Am Sonnabendnachmittag, während der Jahreshauptversammlung der Gardelegener Feuerwehr im Versammlungsraum des Gerätehauses an der Feldstraße, kamen sie.

„Ich entschuldige mich dafür“, sagte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs. Und meinte seine Abwesenheit während des Sachsen-Anhalt-Tages, was die Feuerwehren betraf.

Damals, am letzten Juni-Wochenende, als mehr als 150 000 Menschen drei Tage lang in der Gardelegener Innenstadt feierten, schob die Feuerwehr Wache. Genau dort, wo nun die Worte des Bedauerns fielen. Nämlich im und um das Gardelegener Gerätehaus. Zahlreiche Wehren aus dem neuen Stadtgebiet waren vor Ort, drei Tage lang, Tag und Nacht. Insgesamt 130 Frauen und Männer, so bilanzierte Stadtwehrleiter Wolfgang Hein, schoben Dienst, waren einsatzbereit, hätte es Ernstfälle gegeben. Die es glücklicherweise fast nicht gab. Nachbarn und teils wildfremde Menschen brachten spontan Obst und Kuchen vorbei, Angehörige der Feuerwehrleute kümmerten sich um Getränke. Aber, und das erzürnte viele der Feuerwehrleute, die ihre Freizeit opferten: Bürgermeister Konrad Fuchs, immerhin oberster Dienstherr aller Feuerwehren der Stadt, war nicht da, kam nicht vorbei. Drei Tage lang ließ er sich nicht blicken. Das empfanden nicht wenige Kameraden als Enttäuschung, vielleicht sogar auch als Affront. Zumal kurze Zeit später eine städtische Dankeschönfeier für die Helfer rund um den Sachsen-Anhalt-Tag im Gardelegener LIW-Saal stattfand – die Feuerwehr blieb außen vor.

Konrad Fuchs begründete während der Jahreshauptversammlung sein Nichterscheinen im Gerätehaus. Er sei rund um die Uhr im Einsatz gewesen, Ministerpräsident Reiner Haseloff habe sich deutlich länger als gepant beim Fest aufgehalten, „weil es ihm hier so gut gefallen hat“. Und da habe er als Gastgeber-Bürgermeister in der Pflicht gestanden. „Da muss ich immer dabei sein und hinterherdackeln.“ Dann sei noch nach vielen Jahren der Sprachlosigkeit überraschend Arkadiusz Klimowicz, Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Darlowo, beim Sachsen-Anhalt-Tag aufgetaucht, mit dem er sich ebenfalls längere Zeit traf. Sogar privat, bei Kaffee und Kuchen. „Ich war rund um die Uhr eingespannt“, erinnerte sich Konrad Fuchs. Sogar sein eigener Bruder, der überraschend zum Landesfest angereist war, „war mir danach ein Vierteljahr lang gram“, weil er keine Zeit gehabt habe, sich mit ihm zu treffen.

Deshalb die Fuchs-Worte: „Es ist keine böse Absicht von mir gewesen, dass ich Euch ignoriert habe.“ Konrad Fuchs lobte den Einsatz der vielen Feuerwehrkameraden versöhnlich während des Sachsen-Anhalt-Tages als „beispielhaft.“

Von Stefan Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare