Nach Klöppel-Einbau: Probe-Läuten mit Segensspruch

Ab Freitag wieder täglich Glockenklang von der Nikolaikirche

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Per Knopfdruck ließ Küster Hans-Otto Bohlecke die Glocke in der Gardelegener Nikolaikirche nach anderthalb Jahren wieder läuten – ab Freitag schlägt sie dann wieder regulär.

Gardelegen. Erst hieß es kräftig durchschnaufen. 148 Stufen, teils mit Taubendreck bedeckt, kletterten Gardelegens Küster Hans-Otto Bohlecke sowie die beiden Mitglieder des Vereins für Kultur und Denkmalpflege, Klaus Bernstein und Ex-Pfarrer Horst Dietmann, in den Glockenturm Nikolaikirche hinauf.

Dann warteten sie ab, dass die Glocke der benachbarten Marienkirche um Punkt 18 Uhr schlägt.

Deutlich zu erkennen ist der Lederriemen, an dem der neu gegossene Klöppel der Nikolaikirchen-Glocke befestigt ist.

„Dann kann es jetzt losgehen“, sagte Bohlecke nur wenige Sekunden später – und drückte auf den Knopf, um die Glocke in der Nikolaikirche in Gang zu setzen. Jene Glocke, die seit Ostern 2017, also seit anderthalb Jahren, nicht mehr geläutet hat, weil der alte Klöppel heruntergefallen war. Seit Freitag hängt nun der neue und deutlich leichtere Klöppel in der Glocke (wir berichteten). Am Montagabend schlug sie erstmals. Zuvor segnete Dietmann das wertvolle Teil, an das sich viele Bewohner der Gardelegener Altstadt im Laufe der Jahre und Jahrzehnte gewöhnt hatten. „Ich höre oft, dass man den Glockenschlag vermisst“, sagt Bohlecke.

Ab Freitag, wenn die automatische Elektro-Anlage von einer Firma angeschlossen wird, soll die Nikolaikirchen-Glocke wieder regelmäßig schlagen. Parallel muss aber noch justiert werden. Denn beim Probe-Läuten am Montagabend war zu erkennen: Der Klöppel pendelt und dreht sich. „Das müssen wir noch abstellen“, sagt Bohlecke. Der Lederriemen, der den Klöppel an der Glocke hält, würde sonst zu sehr belastet.

Von Stefan Schmidt

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