„Verkettung unglücklicher Umstände“

Freispruch im Panzer-Prozess

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Während einer Panzerübung wurde am 22. Mai 2013 auf dem Truppenübungsplatz Altmark ein Kommandant von einem „Marder“ überrollt. Truppführer und Panzerfahrer wurden gestern vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

sts Gardelegen / Letzlingen. Ein Truppführer der Bundeswehr und ein Panzerfahrer sind gestern vom Gardelegener Amtsgericht freigesproche worden. Der Vorwurf lautete auf fahrlässige Tötung während einer Übung auf dem Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide.

Am 25. Mai 2013 war Oberfeldwebel Jürgen D. vom eigenen Panzer überrollt und getötet worden. Das Kommando auf dem „Marder“ hatte der damals 29-jährige Stefan B.. Den Panzer lenkte der seinerzeit 20-jährige Ludwig B.. Doch ein fahrlässiges Verhalten beider, so Richter Axel Bormann in seiner Urteilsbegründung, habe nicht vorgelegen. Diese Einschätzung teilten nach fast fünfstündiger Verhandlung nicht nur die beiden Verteidiger, sondern auch Staatsanwalt Thomas Kramer.

Mögliche Ursache des Unglücks war das Material. Denn zum Zeitpunkt, als der Panzerfahrer sein in der Rückwärtsfahrt befindliches tonnenschweres Gefährt stoppen sollte, damit der Kommandant hätte zusteigen können, gab es ein Rauschen im Funkverkehr. Auch wenn dies nach übereinstimmenden Aussagen anderer Panzerbesatzungsmitglieder regelmäßig vorgekommen sein soll, hätten sich die beiden Funkteilnehmer – also Truppführer und Panzerfahrer – nichts zuschulden kommen lassen. „Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände“, erklärte Richter Bormann.

Die Nachlese zum Prozess steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

 

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