LKA-Spezialisten vor Ort / Löschwasser: Tote Fische im Lausebach

Frapa-Plast: Unfall oder Brandstiftung?

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Der Großbrand erforderte den Einsatz insgesamt 274 Feuerwehrleute aus zahlreichen Wehren im Altmarkkreis.
  • vonMarilena Berlan
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  • Elke Weisbach
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mz / lam / dpa Gardelegen. Nach dem Großbrand bei Frapa-Plast in Gardelegen ermittelt die Polizei wegen Brandstiftung. Das sagte eine Polizeisprecherin in Magdeburg. Am Montagmorgen seien Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) für Untersuchungen am Brandort gewesen.

Nach ersten Erkenntnissen sei Brandstiftung zu vermuten. Ob das Feuer durch Fahrlässigkeit entstand oder absichtlich gelegt wurde, könne noch nicht gesagt werden. Es blieb zunächst offen, wann die Brandursachenermittler genaue Ergebnisse vorlegen. 

274 Einsatzkräfte aus 19 Feuerwehren aus dem gesamten Kreis waren am Mittwochabend im Gardelegener Gewerbegebiet Ost im Einsatz, um den Großbrand bei Frapa-Plast in Gardelegen unter Kontrolle zu bekommen. Ein Einsatz, der die Feuerwehr viel Kraft kostete.  

Feuerwehr-Spezialisten gefordert: Nach dem Großbrand in Gardelegen

Feuerwehr-Spezialisten gefordert: Nach dem Großbrand in Gardelegen

Tote Fische im Gardelegener Lausebach

Unmengen von Wasser waren bei dem Großbrand notwendig, um die Flammen zu bändigen, zu löschen und die Nebengebäude zu kühlen. Es versickerte im Boden und floss in den Lausebach, der direkt am Firmengelände vorbei fließt und in die Milde mündet.

Diese toten Fische zogen Anwohner des Lausebachs, die in der Nach von Freitag zu Sonnabend auch unter Reizungen der Atemwege und üble Gerüche klagten, aus dem Lausebach.

Welchen Schaden die Umwelt durch das kontaminierte Löschwasser genommen hat, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Es wurden aber schon tote Fische im Bach gefunden, wie ein direkter Anwohner erzählt. Am Freitagmittag haben er und weitere Nachbarn sie im Bach entdeckt, dessen Wasser an dem Tag auch extrem nach verbranntem Plastik gerochen habe. Er wolle sich nicht ausmalen, welche Stoffe sich in dem Nass zu der Zeit befanden und einfach weiter geflossen sind. Deshalb habe er schon am Freitag Wasserproben entnommen und sich bei der Polizei gemeldet. Diese wollte eigentlich vorbeikommen und sich mit ihm in Verbindung setzen. Aber das geschah nicht. Auch habe er am Freitag versucht, das Umweltamt des Kreises zu erreichen, was nicht möglich war.

Er hätte, wie Birgit Eurich, Pressesprecherin des Altmarkkreises Salzwedel, gestern auf Nachfrage der AZ sagte, sich an die gemeinsame Leitstelle der beiden Altmarkkreise in Stendal wenden müssen, die die Information habe, welcher Mitarbeiter in der Woche nach Dienstschluss und am Wochenende „Chef vom Dienst“ für die Kreisverwaltung Salzwedel ist, also Bereitschaft hat. Seit Sonnabend ist laut Eurich das Umweltamt auch aktiv und entnehme regelmäßig Proben aus dem Lausebach. Diese wurden und werden zur labortechnischen Untersuchung geschickt. Bis gestern Nachmittag lagen allerdings noch keine Untersuchungsergebnisse vor. Das gelte auch für die Bodenanalyse.

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