Geplant: Runder Tisch mit den Gedenkstein-Paten

Förderverein will „keine Kultstätten“

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Etwa ein Drittel aller Todesmarsch-Gedenksteine – auch der am Krankenhaus-Kreisel – ist an Paten vergeben. Der Pflegezustand soll jedoch möglichst einheitlich sein.

Gardelegen. Mittlerweile hat man 20 Paten gefunden. „Ich bin erfreut und fast überwältigt über die Resonanz. “ Das sagt Konrad Fuchs, der Vorsitzende des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins.

Während der jüngsten Mitgliederversammlung zog er eine Bilanz der Gedenkstein-Patenschaften. Mehr als 60 dieser markanten Steine mit den roten Dreiecken gibt es entlang der Todesmarsch-Strecke vom April 1945. Rund ein Drittel davon werden mittlerweile von Privatpersonen, Parteien oder zuletzt von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver. di übernommen. „Diese Resonanz haut mich fast um“, so Konrad Fuchs.

Und doch mahnt Fördervereins-Mitglied Hans-Joachim Becker. Nämlich, dass es „keinen Wettbewerb“ um den gepflegtesten und vermeintlich schönsten Gedenkstein geben soll. Dem pflichtete Fuchs bei: „Wir wollen dort keine Kultstätten schaffen.“ Deshalb gab es aus der Runde den Vorschlag, alle Gedenkstein-Paten an einen Tisch zu holen, um über eben diese Pflege zu regeln und damit ein möglichst einheitliches Bild zu schaffen.

Die Gedenksteine selbst, so erinnerte Karl-Heinz Reuschel, seien 1965 aufgestellt worden. Und zwar nicht etwa als Zeichen, dass an eben jener Stelle einer oder mehrere KZ-Häftlinge ums Leben gekommen seien. Sonder eher symbolhaft als die Nachzeichnung der Todesmarsch-Wege von den Bahnhöfen in Letzlingen und Mieste bis zur Feldscheune Isenschnibbe, dem Endpunkt des Marsches.

Von Stefan Schmidt

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