Beeindruckendes Konzert zum 130-jährigen Bestehen des Gardelegener Männerchores Eintracht

(Fast) so alt wie Otto Reutter

Begeisterte Zuhörer: Der ehemalige Landeschorleiter Klaus Tietze (links) und Kreischorleiter Hermann Horenburg (rechts).

Gardelegen. Am Ende, nach mehr als zwei Stunden Programm, drehte sich Hans Eggert, der musikalische Leiter des Gardelegener Männerchores Eintracht, zum Publikum um und forderte die Zuhörer gestenreich auf mitzusingen: „So ein Tag, so wunderschön wie heute.

“ Gleich danach sang der ganze Saal im Gardelegener Schützenhaus mit. Keine Frage: Das Festkonzert, mit dem sich der Gardelegener Männerchor aus Anlass des eigenen 130-jährigen Bestehens am Freitagabend quasi selbst beschenkte, war ein Ereignis. Damit ist der Chor übrigens nur elf Jahre jünger als Otto Reutter. 23 Lieder lang bewies der traditionsreiche Klangkörper, dass die musikalische Bandbreite der Einträchtler schier unerschöpflich ist. Vom Wolgalied aus der Operette „Der Zarewitsch“, ebenso wie fünf weitere Lieder übrigens erstmals öffentlich vom Männerchor vorgetragen, über Jagdlieder wie „Lauf, Jäger, lauf!“ und „Lützows wilde Jagd“ über klassisches deutsches Liedgut wie „Jetzt kommen die lustigen Tage“ und „Es hat´ ein Bauer ein schönes Weib“ bis hin zu eher modernen Kompositionen wie dem Karat-Klassiker „Über sieben Brücken“ und Peter Alexanders melancholisches „Die kleine Kneipe“ reichte die Auswahl.

Zwischenduch gab es immer mal wieder launig-lustige Erklärungen von Moderator Hans-Jachim Exler, der daran erinnerte, das die eigenen Ehefrauen die Sänger jeden Donerstagabend aus dem Haus treiben würden, zur wöchentlichen Chorprobe. „Damit unsere Frauen wenigstens an einem Abend die Fernbedienung ganz für sich alleine haben.“

Dort werden dann Stücke eingeübt wie „An der schönen blauen Donau“, eine für Chöre höchst komplizierte Komposition, die Eintracht mit Bravour meisterte. Grandios auch der russische „Abendklang“ („Wetscherni swon“) mit Hans-Joachim Exler als Solisten. Kein Wunder, dass in ihren Grußworten sowohl Bürgermeister Konrad Fuchs als auch Landrat Michael Ziche nur lobende Worte für den Männerchor fanden. Zumal die Sänger auch sozial engagiert sind: An Heiligabend singen sie beispielsweise seit vielen Jahren im Altmark-Klinikum für die Patienten.

Ehrungen gab es auch. Siegfried Heise bekam die Goldene Ehrennadel des Landeschorverbandes, überreicht vom Vorsitzenden des Sängerkreises Heide-Drömling, Alfred Fischer, selbst Mitglied bei Eintracht.

Von Stefan Schmidt

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