Vier Männer aus Gardelegen bauen in mühseliger Kleinarbeit mittelalterliches Stadtbild nach

(Fast) so wie vor 391 Jahren

Sie bauen das mittelalterliche Stadtbild von Gardelegen im Maßstab 1:200 nach: Helfried Schmelzer (von links), Thomas Ziolkowski, Manfred Grobler und Detlef Lindecke.

Gardelegen. „Wir haben das Jahr ganz bewusst ausgewählt“, erzählt Helfried Schmelzer. Um 1620 stand Gardelegen nämlich „in voller Blüte“.

Die Hanse sorgte für Wohlstand, der Dreißigjährige Krieg hatte den europäischen Kontinent noch nicht verwüstet, der nächste verheerende Stadtbrand fand erst knapp vier Jahrzehnte später statt. Kurzum: Das mittelalterliche Stadtbild Gardelegens war vor genau 391 Jahren intakt. Genau das wollen Helfried Schmelzer und seine drei Kollegen Thomas Ziolkowski, Manfred Grobler und Detlef Lindecke nun buchstäblich greifbar machen. Denn das Männer-Quartett baut seit dem Sommer Gardelegens Stadtbild um das Jahr 1620 herum nach. Auf Styroporplatten, derzeit viergeteilt. Alles im Maßstab 1:200.

Eine Arbeit, die wohl noch mehrere Jahre andauern wird. Einmal in der Woche, immer mittwochs, treffen sich die Hobbybastler, um Haus für Haus, Baum für Baum aufzustellen. Die Feinarbeit erfolgt zumeist im heimischen Bastelkeller. Mitunter schlendern die vier Männer auch durch die Stadt, messen Häuser nach, fotografieren Gebäude. „Es soll alles echt aussehen“, sagt Manfred Grobler, für den die Bastelarbeit nach schwerer Krankheit „auch so etwas wie eine persönliche Therapie“ ist, wie er erklärt.

Unterstützt werden die nimmermüden Bastler vom Stadtarchiv, von Architekt Gerd Kraushaar, vom Kultur- und Denkmalpflegeverein, von der Sparkasse Altmark-West sowie von den Baumärkten Hagebau und Obi.

Noch sei man erst am Anfang, so Helfried Schmelzer, der selbst seit einem halben Jahrhundert mit Hingabe bastelt. Zuletzt baute er das Gardelegener Rathaus nach. Wo das aktuelle Werk irgendwann zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. „Aber wir wollen es natürlich später der Öffentlichkeit zugänglich machen“, erklärt Thomas Ziolkowski.

Von Stefan Schmidt

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