Familie aus Mieste bekommt Kater Willi nach fast zwei Jahren wieder

„Ja, das ist unser Willi“

Endlich wieder im eigenen Katzenkörbchen: Kater Willi wird von Uta Friedrichs vorsichtig angefasst. Und das nach fast zwei Jahren Trennung.
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Endlich wieder im eigenen Katzenkörbchen: Kater Willi wird von Uta Friedrichs vorsichtig angefasst. Und das nach fast zwei Jahren Trennung.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Familie Friedrichs aus Mieste hat ihren Kater Willi wieder. Und das nach fast zweijähriger Trennung. Die Katze hat nun zwar einen Beckenbruch. „Aber Hauptsache, er ist wieder da“, freut sich Katzenmama Uta Friedrichs.

Mieste – Sie hatten die Suche schon aufgegeben. Und sich damit abgefunden, dass ihr Kater Willi nie wieder zurückkehren wird. Mehr noch: Dass er tot ist. Ende 2019 verschwand der vierbeinige Kater plötzlich – zwei Wochen später lagen Überreste eines ähnlich aussehenden Tieres am Straßenrand in Mieste. „Da hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben“, erzählt Uta Friedrichs, deren Tochter Anna sich vor acht Jahren eine Katze gewünscht hatte.

Doch nun ist Willi wieder da. Geholt hatte Familie Friedrichs das Katzenbaby damals aus dem Gardelegener Tierheim – am gestrigen Nachmittag holten sie ihn von dort erneut ab. Dazwischen lag eine knapp zweijährige Odyssee. „Wir haben keine Ahnung, wo er während dieser Zeit war“, steht die Familie vor einem Rätsel.

Klar ist aber: Am 13. Mai entdeckte ein Passant Willi unweit des Miester Bahnhofs – und damit auch unweit von Familie Friedrichs. Er war offenbar angefahren worden, der Tierarzt stellte einen Beckenbruch fest. Das hat zur Folge, „dass Willi nie wieder eine Wohnung verlassen kann“, wie die stellvertretende Vorsitzende des Gardelegener Tierschutzvereins, Sylvia Mühlbach, erläutert. Eine Operation sei einerseits sehr teuer und würde zudem vermutlich wenig Erfolgsaussichten haben.

Das bedeutet: Willi, der im Tierheim auf den Namen Percy getauft wurde, hat zeitlebens Schmerzen und ist bewegungseingeschränkt. Erst gestern wurde er erneut geröntgt und war noch ganz benommen, als Uta Friedrichs ihn ganz vorsichtig in das mitgebrachte Katzenkörbchen legte.

Entdeckt hatte Familie Friedrichs ihren verloren geglaubten Liebling nach einer Veröffentlichung durch das Tierheim. „Auf einmal standen sie vor unserer Tür“, erinnert sich Sylvia Mühlbach „und hatten auch ein Fotoalbum dabei.“ Mit Bildern von Willi. Die Ähnlichkeit war eindeutig. „Das war 1:1 Willi“, erzählt die stellvertretende Vorsitzende. Und auch Familie Friedrichs erkannte sofort: „Ja, das ist unser Willi.“ Zumal der Kater, der trotz seines Schicksals zutraulich und verschmust ist, sofort auf seinen Namen reagierte.

Für Sylvia Mühlbach ist es wichtig, das der Kater sein Zuhause wiedergefunden hat. „Ich möchte mir nicht vorstellen, dass er sonst bis zu seinem Lebensende im Tierheim hätte leben müssen.“ Denn wer nehme schon einen Kater mit Beckenbruch auf, inklusive eventuell anfallender Tierarztkosten.

Einen Großteil der bisher getätigten Kosten für die Behandlungen beim Tierarzt übernimmt nun nachträglich Familie Friedrich. „Dafür haben wir ihn aber endlich wieder“, strahlt Uta Friedrichs dennoch überglücklich.

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