80-Jährige hebt fast ihr gesamtes Erspartes ab und übergibt es einem angeblichen Ermittler

Falscher Polizist zockt Rentnerin ab

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Falscher Polizist zockt Rentnerin ab.

Gardelegen. Eine besonders dreiste Art von Abzocke hat sich am Montag und Dienstag in Gardelegen zugetragen. Das berichtet die Polizei – und zwar die richtige.

Denn ein bislang noch unbekannter Mann gab sich am Montag am Telefon gegenüber einer 80-jährigen Gardelegenerin als Polizist aus, der er in Wirklichkeit aber nicht war.

Er erzählte ihr am Telefon von einem mysteriösen und streng geheimen Betrugsfall, an dem er als Berliner Polizist recherchiere. Der Mann erschlich sich das Vertrauen der Rentnerin, so dass sie Angaben zu ihrem Konto und ihrem Guthaben machte.

Am Dienstag folgten weitere Telefonate. Die Seniorin erhielt sogar Anweisungen des angeblichen Polizisten. Am Ende fuhr sie, vom ihn so angeordert, zu ihrer Bank, hob fast ihr gesamtes Erspartes ab und traf sich dann mit dem unbekannten Mann, um das Geld zu übergeben. Er versprach nach der Übergabe, sich bei ihr wieder zu melden – was er aber nie tat.

Erst danach wurde die 80-Jährige stutzig und informierte die Polizei. Die warnt vor solchen Tricks. Eine der momentan häufigsten Betrugsvarianten ist das Auftreten von „falschen Polizeibeamten“. Die Täter geben sich am Telefon als Polizeibeamte aus und gaukeln vor, dass Einbrecher oder Betrüger es auf das Ersparte der Opfer abgesehen hätten. Schließlich wird ein Übergabetermin ausgemacht, damit die vermeintlichen Polizisten die Wertsachen an einen sicheren Ort bringen können. Am Telefon versuchen sie ihre Opfer dann unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände an einen Unbekannten zu übergeben. Dabei nutzen die Täter mitunter eine spezielle Technik, die bei einem Anruf auf der Telefonanzeige der Angerufenen die Polizei-Notrufnummer 110 oder eine andere örtliche Telefonnummer erscheinen lässt. An der Haustür schrecken sie auch nicht davor zurück, gefälschte Polizeidienstausweise vorzuzeigen, um sich Zutritt in die vier Wände ihrer Opfer zu verschaffen.

Die Polizei empfiehlt: Grundsätzlich keine Unbekannten in die Wohnung lassen. Immer den Dienstausweis zeigen lassen. Beim geringsten Zweifel bei der Behörde anrufen, von der die angebliche Amtsperson kommt. Die Telefonnummer der Behörde selbst heraussuchen oder sich diese durch die Telefonauskunft geben lassen.

Von Stefan Schmidt

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