Begründung: Verkehrsbelastung ist zu hoch / Erfolgsaussichten sind sehr gering

Estedts Rat stellt Antrag: 30 km/h für alle Fahrzeuge

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Die Ortsdurchfahrt in Estedt im Zuge der Bundesstraße 71 ist mit 6,50 Metern sehr schmal. Jedes fünfte Fahrzeug, das durch Estedt fährt, ist ein Lastwagen.

Estedt. „Bei uns in Estedt herrscht der meiste Verkehr, was die B 71 angeht. “ Das sagt Margot Göbel, Mitglied im Estedter Ortschaftsrat. Dieser tagte am Montagabend im Gemeindesaal.

Und beschäftigte sich mit einem Antrag Margot Göbels, die Geschwindigkeit innerhalb der Ortsdurchfahrt zu reduzieren.

Bisher gilt: Nachts zwischen 22 und 6 Uhr dürfen Lkw nicht mehr als 30 km/h fahren. Diese Regelung gilt für alle Ortsdurchfahrten entlang der B 71 innerhalb des Altmarkkreises Salzwedel. Das reicht dem Estedter Rat aber nicht. Mehrheitlich schloss er sich einem Antrag von Margot Göbel an, ein generelles Tempolimit auf 30 km/h zu beantragen – nicht nur nachts, sondern auch tagsüber. Und: Diese Begrenzung soll nicht nur für Brummis, sondern für alle Fahrzeuge gelten, also auch für ganz normale Autos.

Margot Göbel begründete diesen Schritt mit der Tatsache, dass sich täglich 8500 Fahrzeuge durch die nur 6,50 Meter breite Ortsdurchfahrt quälen würden, Jedes fünfte Fahrzeug sei ein Lkw. Dies sei eine permanente Gefahr für die Anwohner und vor allem die Kinder im Ort. Warum neben Lkw zusätzlich auch Pkw nur 30 km/h fahren sollten, erläuterte sie ebenfalls. „Sonst besteht die Gefahr, dass die Autofahrer die langsamen Lastwagen im Ort überholen.“ Hinzu käme, dass es im Ort nicht weniger als acht Abzweigungen gebe, was eine zusätzliche Gefahr für die Verkehrssicherheit bedeute.

Wie Estedts ehemaliger Bürgermeister Horst Krüger, der bei der Sitzung des Ortschaftsrates dabei war, berichtete, habe man bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt von vonseiten des Baulastträgers die Fahrbahn extra schmal gemacht, um das Tempo der durchfahrenden Brummis drosseln. „Das hat aber nichts gebracht“, bilanzierte Krüger

Einzig Jürgen Behrens, Estedts stellvertretender Ortsbürgermeister, enthielt sich der Stimme. Als Vielfahrer wisse er, wie nervig es sei, nur mit 30 km/h durch Dörfer zu fahren. Deshalb ist er gegen ein 30-er Limit für Pkw.

Chancen, den Antrag auf ein generelles 30 km/h in Estedt durchzubekommen, sind sehr gering. Eine solche Geschwindigkeitsbeschränkung gibt es auf Bundesstraßen bisher nur an neuralgischen Punkten wie vor Kitas, Altersheimen oder Schulen. Nicht aber auf der gesamten Länge einer Ortsdurchfahrt.

Von Stefan Schmidt

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