Grundschule kommt auch mit dem gestrigen Stichtag nicht auf vorgeschriebene Mindest-Kinderzahl

Estedt: Nur 50 statt 52 Schüler

Ein Bild, das in Estedt möglicherweise bald der Vergangenheit angehören wird: Schüler in Klassenraum. Für das neue Schuljahr gibt es derzeit nur 50 Mädchen und Jungen – vorgeschrieben sind aber mindestens 52.
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Ein Bild, das in Estedt möglicherweise bald der Vergangenheit angehören wird: Schüler in Klassenraum. Für das neue Schuljahr gibt es derzeit nur 50 Mädchen und Jungen – vorgeschrieben sind aber mindestens 52.

Estedt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im September doch noch Einschulungen in der Grundschule Estedt gibt, tendiert seit gestern gegen Null.

Denn aktuell gibt es nur 50 Mädchen und Jungen – inclusive möglicher Erstklässler – die im Schuljahr 2013/14 in die Peter-Härtling-Grundschule in Estedt unterrichtet werden könnten. Bis gestern hatte die Schule die Möglichkeit, verwertbare Schülerzahlen vorzulegen. Nötig wären mindestens 52 Mädchen und Jungen, um die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Schülerzahl zu erreichen. Doch das hat Estedt bis zum gestrigen Stichtag nicht geschafft. Diesen Stichtag hatte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs der Schulleitung in der vergangenen Woche während der Gesamtkonferenz in der Estedter Schule genannt (wir berichteten).

„Es sind nur 50 Schüler geworden“, erklärte Fuchs gestern. Damit erfüllt die Estedter Grundschule beide Daseins-Voraussetzungen ab September nicht mehr: Einerseits die Mindest-Schülerzahl von 52, andererseits die Mindest-Einschulungszahl von 13.

Die Stadt Gardelegen hätte gegen das vom Landesschulamt ausgesprochene Einschulungsverbot geklagt, wenn die Zahl von 52 Schülern zustande gekommen wäre. Aber nun? „Ich werde mich in der nächsten Woche mit den Fraktionsvorsitzenden des Gardelegener Stadtrat beraten, um zu entscheiden, wie wir weiter vorgehen werden“, so der Gardelegener Bürgermeister. Fuchs hält eine Klage nur dann für sinnvoll, wenn es auch Aussicht auf Erfolg gebe – bei der nicht erreichten Mindest-Schülerzahl wäre ein Klageweg wohl ohne Chance. Zumal eine Klage Geld kostet.

Im Raum steht auch noch ein Widerspruch gegen das Einschulungsvervot seitens des Landes. Dies hatte der Gardelegener Stadtrat während seiner Zusammenkunft am 2. Juni entschieden – gegen die Stimme von Bürgermeister Konrad Fuchs. Ob dieser Widerspruch tatsächlich eingereicht werden soll, das werde ebenfalls in der Zusammenkunft mit den Fraktionchefs entschieden, so Fuchs. Denn ein solcher formaler Widerspruch kostet zwar nur das Stück Paper, auf dem es geschrieben wird. Anders als eine Klage hat ein Widerspruch aber juristisch keinerlei Auswirkungen – er könnte vom Land ohne viel Federlesen abgeschmettert werden.

Von Stefan Schmidt

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