Die Zähne der Demokratie

Erstmals Gedenkveranstaltung an Feldscheune nach Übernahme durch das Land

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Die Elftklässler Mailinda Haxhiu (links) und Josephine Arndt zitierten einen Überlebenden des KZ Buchenwald.

Gardelegen. Erstmals seit der Übernahme der Gedenkstätte Isenschnibbe Gardelegen durch die Landes-Gedenkstättenstiftung fand am gestrigen späten Nachmittag eine Gedenkveranstaltung auf dem Areal statt – dort, wo 1016 Häftlinge am 13. April 1945 von den Nazis umgebracht worden waren.

Anlass war der 71. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee. Dieser Tag wird seit 20 Jahren als „Tag der Opfer des Nationalsozialismus“ begangen.

Hauptredner war der ehemalige Staatssekretär im Landes-Innenministerium und jetzige stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Magdeburger Landtag, Rüdiger Erben. Er hat sich in den vergangenen Jahren besonders für die Übernahme der Gedenkstätte in die Landesstiftung eingesetzt. Erben lobte das kommunale Engagement in Gardelegen für die Gedenkstätte: „So viel Rückhalt kenne ich nirgends in Sachsen-Anhalt.“ Er mahnte angesichts der Flüchtlingsproblematik und zunehmender rechter Tendenzen – namentlich nannte er Vertreter der AfD („Diese ganze hasserfüllte Propaganda“) – die Wehrhaftigkeit der Demokratie an. Verfassung, Rechtsordnung, Justiz und Polizei seien „die Zähne, die der demokratische Staat gelegentlich zeigen muss, wenn seine Gegner ihn aushebeln wollen.“.

Auch der Leiter der Gardelegener Gedenkstätte, Andreas Froese-Karow, sprach einige Worte. Und erinnerte an die demnächst stattfindende Umgestaltung der Gedenkstätte zu einem Besucher- und Dokumentationszentrum.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Liedern der Gardelegener Kantorei und dem Postchor sowie den beiden Gardelegener Gymnasiastinnen Mailinda Haxhiu und Josephine Arndt.

Von Stefan Schmidt

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