Elternrat der Gardelegener GB-Schule stellt Antrag für allgemeingültige Regel ab der nächsten Freibadsaison

Ermäßigter Eintritt für Behinderte?

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In den städtischen Freibädern, wie im Erlebnisbad Zienau, gibt es keine Regelung für die Eintrittskosten behinderter Menschen und deren Begleitung. Im Gegensatz zum Klötzer Waldbad. Dort zahlen Behinderte ermäßigten Eintritt.

Gardelegen. Der diesjährige Sommer war lang und heiß, viele Besucher gingen in die städtischen Freibäder in Zienau, Potzehne oder Zichtau.

„Jeder wollte Abkühlung“, so Petra Schrader, „und da ist es uns wichtig, dass alle Behinderten die Schwimmbäder nutzen können“. Und zwar ermäßigt. Denn bisher gibt es in der Satzung zum Entgelttarif für die Freibäder keine Regelung für behinderte Kinder oder Jugendliche und deren Begleitung sowie für erwachsene Behinderte. Das soll sich laut des Elternrates der Gardelegener GB-Schule ändern, „wir wollen aber keine große Welle schlagen“, so Vorsitzende Petra Schrader weiter, sondern das Thema nur „anstoßen und um Nachbesserung bitten“. Damit wünschen sich die Eltern, dass eine allgemeingültige Regel für Behinderte verfasst wird, denn „unser Anliegen ist, dass die Satzung überarbeitet wird“. Dabei soll dann bei den Eintrittsgeldern für die Freibäder auch nach den jeweiligen Merkzeichen, die im Behindertenausweis verzeichnet sind, verfahren werden. Denn beispielsweise beim Merkzeichen B sei eine Begleitung erforderlich. Diese müsse laut Petra Schrader auch ermäßigten oder sogar freien Eintritt haben, denn „wir haben eine Aufsichtspflicht“ gegenüber den behinderten Kindern sowie Jugendlichen. Der Entgelttarif soll aber auch für Erwachsene und nicht nur für Kinder geändert werden. Denn auch sie können so mehr an „solche gesellschaftlichen Dingen wie Schwimmbadbesuchen teilnehmen“. Diese hätten für die Behinderten laut Petra Schrader auch eine therapeutische Wirkung, so werde die Muskulatur angeregt. Zudem „ist es für unsere Kinder nicht so einfach, mit nicht-behinderten Menschen zusammenzukommen“. Das Freibad sei dafür eine gute Gelegenheit, mit Gleichtaltrigen in Kontakt zu treten, denn diese gehen meist auf andere Schulen.

Bei bisherigen Freibadbesuchen war es laut der Elternrats-Vorsitzenden oft so, dass die Kassierer nach ihrem eigenen Ermessenspielraum darüber entschieden, wie und ob der Eintritt für die Behinderten und deren Begleiter berechnet wird. Dabei seien die Mitarbeiter oftmals kulant. „Es muss aber für jeden eine eindeutige Regel an der Kasse geben“, fordert Petra Schrader. Eine Regelung sei bisher nur für den Schulschwimmunterricht festgelegt, die eine Ermäßigung ermöglicht. Weil die Eltern diesbezüglich nachfragten, wollten sie im Sommer dann auch wissen, wie es mit dem Eintritt für die Schwimmbad-Nutzung in der Freizeit aussieht. So erzählten Eltern, dass es im Klötzer Waldbad eine Ermäßigung für Behinderte gibt und diese hatten den Eindruck, dass, berichtet Petra Schrader, vermutlich auch wegen der Hitze mehr Behinderte im Waldbad waren.

Der Elternrat hat sich mit dem Behindertenbeauftragten der Stadt, Peter Antoszewski, verständigt, der einen entsprechenden Antrag mit dem Anliegen der Eltern der Stadt vorlegen will. Dabei betont Petra Schrader, dass „wir keine Front gegen die Stadt machen wollen“. Und dass es dann, da für dieses Jahr die Saison vorbei ist, es vielleicht ab 2019 eine Regelung gibt.

Von Ina Tschakyrow 

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