Anbau darf weg, wenn Baugenehmigung für Vorder- und Hinterhaus vorliegt

Auf dem Hof Sandstraße 9: Erlaubnis zum Abriss erteilt

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Von außen sieht man dem verklinkerten Haus an der Sandstraße 9 noch nicht an, dass es sanierungsbedürftig ist, aber im Inneren sieht es ganz anders aus. Das Dach ist undicht, Decken sind bereits heruntergefallen und der Fußboden hat Löcher.

Gardelegen. Die Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, scheint ihrem Ziel, in dem Gebäudekomplex an der Sandstraße 9 Wohnungen einzurichten, ein Stück näher gekommen zu sein.

Denn vor einiger Zeit ging bei der Wobau die Abriss-erlaubnis für den Zwischenbau auf dem Hof vom Altmarkkreis Salzwedel ein. Das bestätigte Wobau-Geschäftsführer Wolfgang Oelze auf Nachfrage der Altmark-Zeitung. Es gibt aber eine Bedingung, führte er aus. Für das Vorder- und Hinterhaus müsse eine gültige Baugenehmigung vorliegen, die ebenfalls der Kreis erteilt.

Die entsprechenden Anträge werden derzeit von der Wobau mit Vollmacht der Stadt – die beiden hinteren Gebäude gehören noch ihr – vorbereitet und sollen spätestens Ende Oktober in Salzwedel vorliegen. Liegt die Baugenehmigung vor, werde die Wobau die beiden hinteren Gebäude erwerben, den Zwischenbau abreißen sowie das Vorder- und Hinterhaus sanieren, um darin jeweils vier Wohnungen einzurichten.

Im Oktober 2012 war die Gardelegener Außenstelle der Kreisvolkshochschule aus ihrem bisherigen Refugium an der Sandstraße 9 ausgezogen. Seitdem stehen die Gebäude leer. Es handelt sich um den vorderen Klinkerbau an der Sandstraße, der etwa um 1910 gebaut wurde, ein Einzeldenkmal darstellt und der Wobau gehört, um das in 1970er Jahren errichtete Hinterhaus und um den dazwischenliegenden Anbau, in dem einst eine Werkstatt, später dann auch Schulungsräume eingerichtet waren. Dieser soll abgerissen werden, um Fläche für Stellplätze für Pkw und Kinderwagen sowie Platz zum Wäschetrocknen und vielleicht noch etwas Grün zu gewinnen. Denn das müsse Mietern heutzutage neben Wohnraum angeboten werden, erklärt Oelze. Vor allem das Abstellen der Autos wäre sonst ein großes Problem. Es gibt an der Sandstraße zwar Parktaschen, in denen ist das Parken aber zeitlich begrenzt. Gegen den Abriss des Zwischengebäudes hatte das Landesamt für Denkmalpflege bisher sein Veto eingelegt, weil es seiner Meinung nach zum Ensemble gehöre und deshalb schützenswert sei. Dem widersprach nun der Altmarkkreis mit seiner Entscheidung, über die der Wobau-Geschäftsführer froh ist. Denn vor allem das Vorderhaus „macht mir große Sorgen“. Es müsse dringend saniert werden, wenn es erhalten bleiben soll. Die Schäden sind gravierend. Es droht im Inneren immer mehr zusammenzufallen. Einige Decken sind bereits heruntergefallen. Das Dach ist undicht und die Fußböden haben Löcher.

Von Elke Weisbach

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