Gedenken an Feldscheunen-Massaker in Gardelegen

„Erinnerung ist stets neues Mitgefühl“

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Mit Kranzniederlegungen erinnerten mehr als 200 Menschen an das Feldscheunen-Massaker vom 13. April 1945.

Gardelegen. Mehr als 200 Menschen kamen am Gründonnerstag auf die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen. Dort jährte sich zum 72. Mal das Massaker, das 1016 KZ-Häftlingen nur wenige Stunden vor dem Einmarsch der amerikanischen Alliierten das Leben kostete.

Hauptrednerin am Gräberfeld war Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch. Sie erinnerte an die 2,85 Millionen Euro, die der Landtag für dieses und nächstes Jahr für den Bau eines Besucher- und Dokumentationszentrums bereitgestellt hat. „Erinnerung“, so Brakebusch, „ist stets neues Mitgefühl. “.

Zuvor hatten Parteien und Organisationen Kränze am Gedenkstein für die Ermordeten niedergelegt. Geistliche Beiträge kamen von Gardelegens evangelischem Pfarrer Martin Goetzki, Norbert Wernicke von der katholischen Gemeinde sowie Kantor Yuri Semskij von der Jüdischen Gemeinde zu Halle.

"Lebendiges Gedenken"

Unter diesem Leitsatz stand der 72. Jahrestag des Feldscheunen-Massakers, der am Gründonnerstag in den frühen Abendstunden mit einer würdevollen Veranstaltung am Gräberfeld auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen begangen wurde.

Mit mehr als 200 Besuchern, so freute sich Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig, sei das Gedenken tatsächlich lebendig. Und auch die Hauptrednerin bei der einstündigen Veranstaltung, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, verwies darauf, dass „das Gedenken vor Ort sehr stark ausgeprägt“ sei. Sie blickte bereits in die Zukunft.

Das vom Landtag nach monatelangem Hinhalten im März genehmigte neue Besucher- und Dokumentationszentrum werde, so Brakebusch, „bundesweit einmalig“ sein. In Gardelegen soll schwerpunktmäßig vor allem an die Todesmärsche, die damals an vielen Orten im untergehenden Nazi-Deutschland stattfanden, erinnert werden. Kurze Ansprachen hielten auch Dr. Kai Langer, der Direktor der Landes-Gedenkstättenstiftung, zu der die Feldscheune Isenschnibbe seit knapp zwei Jahren gehört, und Gardelegens Gedenkstättenleiter Andreas Froese-Karow. Letzterer hat jüngst einen unbefristeten Arbeitsvertrag für Gardelegen unterschrieben.

Von Stefan Schmidt

Gedenkfeier: 72. Jahrestag des Feldscheunen-Massakers in Gardelegen

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