Nicht nur zum Skaten

Entwurf für die Skateranlage im Gardelegener Bürgerpark vorgestellt – Größere Variante bevorzugt

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Die Grafik zeigt den Entwurf für die 660 Quadratmeter große Variante des Skateparks. Die grau dargestellten Elemente sind eher klassisch, die gelben für spezielle Tricks für Skater, Rollschuh-, Inliner- oder BMX-Fahrer.

Gardelegen. „Wenn Skaten also 2020 olympisch wird“, überlegte Petra Müller im Sozialausschuss, „dann ist auch ein Skater aus Gardelegen dabei“, ergänzte Raik Schamberg lachend den Satz.

Der Dessauer, der selbst Skater ist, stellte am Dienstagabend gemeinsam mit dem Architekten Andreas Gelies vom Dessauer Büro Ding. Fest den Entwurf für die Gardelegener Anlage im Bürgerpark vor.

Und zwar in zwei Varianten, einer kleineren mit etwa 440 Quadratmetern Fläche und einer größeren mit insgesamt 660 Quadratmetern Fläche. Letztere habe das Maß, mit dem der Skatepark variabeler wirkt, erklärte Raik Schamberg, weil die Sportler eine Kreisbahn fahren können. Noch interessanter werde dies dadurch, dass die Ecken gekürzt wurden, also der Skatepark keine rechteckige Form hat. Klassische Elemente machen die Anlage zudem für jede Rollsportart, also Skater, Rollschuh-, Inline- sowie BMX-Fahrer, nutzbar. „Aus unserer Sicht gibt es nichts, was nicht möglich ist“, so Raik Schamberg. Denn speziellere Elemente lassen auch besondere Tricks zu, so können Balanceübungen oder Sprünge über Ecken trainiert werden.

In die Skateranlage wurde auch der angrenzende Wall sowie der Weg integriert, dadurch soll der Skatepark auch ermöglichen, „dort zu verweilen, anzukommen, sich auszuruhen“, erläuterte Raik Schaumberg während der Präsentation. Die zeigte auch die farbliche Gestaltung der Anlage, bei der sich die Planer an die Farben der Umgebung gehalten haben. Daher werde nicht nur grauer Beton, sondern auch gelber für die Elemente verwendet. So grenzen sich diese auch voneinander ab, was für das Fahren besser ist, wie die Anwesenden erfuhren. Diese Farbgestaltung ist das „i-Tüpfelchen“, welches die Anlage mehr in die öffentliche Wahrnehmung rückt.

Dazu wollte Andreas Finger wissen, wie verhindert werden kann, dass „die Flächen nicht die Farbe kriegen, die wir nicht darauf haben wollen?“ Graffiti können beispielsweise durch die Anlagengröße und damit einhergehende Attraktivität unterbunden werden, antwortete Raik Schaumberg, da so die Anlage belebter ist.

Das sei allerdings bei der kleineren Variante, auf der nur linear und auf weniger Elementen gefahren werden könnte, nicht unbedingt so. Diese habe wegen ihrer geringeren Größe „weniger Strahlkraft“ und könnte weniger genutzt werden. Denn, wie Raik Schaumberg begründete, haben größere Skateparks eine größere Anziehungskraft auch auf andere Städte, sie seien also für Skater aus entfernteren Orten attraktiver, die dann extra nach Gardelegen fahren würden.

Bevor es aber so weit ist, muss sich für eine Variante entschieden werden. Dazu soll eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, die auch die Kosten – für die größere Variante liegen diese bei 238 000 Euro und für die kleinere Anlage bei 167 000 Euro – und Förderungsmöglichkeiten auflistet, da beide Varianten teurer als geplant sind. Dennoch sprachen sich bereits einige Ausschuss-Mitglieder für den größeren Skatepark aus. Ebenso wie Wilhelm Schulze, Kai Neumann und Benedikt Preuß, sie haben damals den Vorschlag für die Anlage gemacht. „Wir sind bereit, etwas dazu beizutragen“, sagte Letzterer bezüglich der Kosten und nannte die Idee, Spenden zu sammeln. Das sei aber nur, wie Dirk Kuke erklärte, als Verein möglich. Daher wurde vorgeschlagen, einen solchen zu gründen oder eine neue Sektion innerhalb eines Vereins. Dirk Kuke ergänzte, dass dann auch viele Gardelegener hinter der Skate-Anlage stehen würden. Und dann nimmt vielleicht ein Skater aus Gardelegen an Olympia 2020 teil.

Von Ina Tschakyrow

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