Knoke verteidigt Auslandseinsätze

Empfang beim Tag der offenen Tür im GÜZ: „Wir wollen diese Transparenz“

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Oberst Michael Knoke, der Leiter des Gefechtsübungszentrums bei Letzlingen: „Im GÜZ sind bis zum heutigen Tag 220 000 Soldaten ausgebildet worden.“

Letzlingen – Die Anwesenden hatten es gut. Denn unmittelbar vor dem Tag der offenen Tür im Gefechtsübungszentrum am Sonnabend hatte der Leiter des GÜZ, Oberst Michael Knoke, zu einem Empfang und sicherheitspolitischen Vortrag eingeladen.

Und wer dabei war, kam vor dem großen Ansturm in die Kaserne, musste sich somit nicht in der kurz danach auf mehrere Kilometer anwachsenden Autoschlange anstellen.

Vor Ort betonte der GÜZ-Chef die Notwendigkeit eines solchen Tages. Denn „wir wollen diese Präsenz“. Die Bundeswehr sei eine Parlamentsarmee, die Soldaten seien Teil der Bevölkerung. Und natürlich dürfe jeder erfahren, „wie jene Soldaten leben, die im Ernstfall unsere Demokratie verteidigen.“ Im GÜZ werden alle Bundeswehr-Soldaten, die ins Ausland gehen, kurz vorher nochmal auf ihre Einsätze mit modernster Technik vorbereitet.

Knoke verteidigte diese Auslandseinsätze. Und er erinnerte daran, dass es bereits im Jahr 1960, also nur wenige Jahre nach der Wiederbewaffnung, einen ersten Auslandseinsatz der Bundeswehr gegeben habe. Nämlich nach einem Erdbeben in Marokko. Bis heute habe es 130 solcher Auslandseinsätze gegeben, aktuell auch im Baltikum. Auch diese Operation verteidigte der Oberst, der indirekt die russische Militärführung kritisierte. „Die Angst ist insbesondere groß bei jenen Staaten, die eine Grenze zu Russland oder Weißrussland haben.“ Er erinnerte an die NATO-Doktrin, dass ein Angriff auf ein Mitgliedsland automatisch die militärische Reaktion der übrigen NATO-Staaten nach sich ziehe.

Der Übungsbetrieb auf dem Truppenübungsplatz Altmark ruht derzeit. Und zwar noch bis September. Grund ist die Installation neuer Technik knapp 20 Jahre nach der Eröffnung des Gefechtsübungszentrums.

VON STEFAN SCHMIDT

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