Eltern kämpfen ums Planschbecken

Das Planschbecken in der Kita „Zwergenland“ ist in die Jahre gekommen. Weil der Stadt eine Sanierung zu teuer ist, wollen einige Eltern nun mit einer Spendenaktion helfen. Foto: Walter

Gardelegen. Ob die Kinder der Kindertagesstätte „Zwergenland“ an der Gardelegener OdF-Straße jemals wieder in ihrem Planschbecken baden können, ist derzeit fraglich. Die Stadt hatte das Becken im vergangenen Jahr gesperrt.

Eine geplante Sanierung wurde zuletzt aus Kostengründen gestrichen. Neue Hoffnung weckt unter den Betroffenen allerdings ein aktueller Spendenaufruf einiger Eltern. Sie wollen sich an der Erneuerung des Beckens beteiligen und den Stadtrat auf diese Weise für eine Sanierung des Objekts gewinnen.

Zum Hintergrund: Nachdem das Planschbecken der Kindertagesstätte im vergangenen Sommer aus Sicherheitsgründen von der Stadtverwaltung gesperrt worden war, hatte der Stadtrat im Herbst vergangenen Jahres zunächst beschlossen, das Becken für rund 12 000 Euro zu sanieren.

Im Zuge einer Begehung des Objekts durch Vertreter des Landkreises, darunter des Gesundheitsamtes der Kreisverwaltung, am 24. Januar wurde die Sanierungsmaßnahme jedoch an konkrete Auflagen geknüpft.

So habe das Gesundheitsamt auf der Grundlage gesetzlicher Regelungen etwa den Einbau einer Wasseraufbereitungsanlage gefordert, informierte Bauamtsleiter Engelhard Behrends. Allein diese Anlage würde rund 21 000 Euro kosten. Hinzu kämen weitere Ausgaben für Hoch- und Tiefbauarbeiten am und im Becken - insgesamt Kosten von bis zu 35 000 Euro. Wie Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs auf Nachfrage bestätigte, könne die Stadt sich diese Ausgaben derzeit nicht leisten.

Einige Eltern der Kita haben deshalb vor wenigen Tagen einen Spendenaufruf gestartet. Mit finanziellen Mitteln, aber auch mit freiwilligen Arbeitseinsätzen wollen sie einen eigenen Beitrag zur Sanierung des Planschbeckens leisten und so vielleicht doch noch eine Entscheidung für die Sanierung des Objektes erwirken.

In einem von den Müttern Peggy Rohrdiek und Cornelia Striewski verfassten offenenen Brief heißt es: „Leider wurde das Planschbecken im letzten Jahr aus hygienischen Gründen gesperrt. [...] „Wir möchten nicht, dass unsere Kinder jeden Tag das leere Planschbecken sehen müssen. Deshalb kämpfen wir [...] für den Erhalt des Planschbeckens.“

Im Folgenden bitten die Eltern um eine finanzielle oder handwerkliche Unterstützung, „damit sich die Kinder an heißen Tagen eine kleine Abkühlung verschaffen können“.

Bis zum 25. Mai wollen die Eltern erste Rückmeldungen eingeholt haben. Eine Person habe bereits jetzt handwerkliche Hilfe angeboten, sagte Peggy Rohrdiek. Sie hoffe aber auf wesentlich mehr Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zu der Initiative der Eltern sagte Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs gestern: „Wenn Menschen etwas bewegen wollen, dann ist bürgerschaftliches Engagement immer der richtige Weg.“

Es werde in Gardelegen jedoch viel zu oft nur darüber gesprochen, wo Geld ausgegeben werden könne, findet er. Fuchs wolle dem Stadtrat nicht vorgreifen. Aber so, wie sich die Sache kostenmäßig entwickelt habe, sei sie aktuell für die Stadt eigentlich kein Thema mehr. „Vielleicht kann man sich aber auch auf eine kleinere Variante einigen. Für die Kinder wär’s ja schön“, so Fuchs.

Wer die die Aktion der Eltern der Gardelegener Kita „Zwergenland“ unterstützen möchte, der kann sich an Peggy Rohrdiek wenden. Ihre E-Mail- Adresse lautet p.rohrdiek@gmx.de.

Von Alexander Walter

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