Ortschaftsrat Solpke positioniert sich und lehnt die Beschlussvorlage ab

Einstimmig gegen die Schließung der Grundschule

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Norbert Bucklitsch von der Gardelegener Stadtverwaltung (2.v.r.) hatte die Solpker Ortschaftsräte vor der Abstimmung noch einmal auf den neuesten Stand gebracht.

Solpke. Sie stimmten über den vorliegenden Beschluss in Gänze ab und sagten einstimmig Nein zur Schließung der Grundschule Solpke zum Schuljahr 2013/14 und zur Änderung der Einzugsbereiche für die Grundschule.

Damit positionierten sich die anwesenden Solpker Ortschaftsräte – Ortsbürgermeisterin Bärbel Goecke, Rosemarie Rasch, Susann Rahmsdorf, Frank Mertens, Maik Rasch, Maik Hackert und Sven Grothe – deutlich während ihrer Sitzung am Donnerstagabend, wie es die anwesenden Eltern gewünscht hatten. Außerdem trugen sie ihrer bisherigen Politik, nämlich für den Erhalt ihrer Grundschule wie in den vergangenen zehn Jahren zu kämpfen, Rechnung – auch wenn sie wissen, dass sie nur angehört werden und nichts zu entscheiden haben. Doch es gelte, wie Maik Rasch sagte, ein Zeichen gegen die Politik zu setzen. Dass die Schule wohl nicht mehr zu retten ist, wissen die Ortschaftsräte schließlich auch. Das hatte ihnen im Vorfeld der Abstimmung auch noch einmal Norbert Bucklitsch von der Gardelegener Stadtverwaltung detailliert dargelegt. Bärbel Goecke freute sich, dass er gekommen war. Denn ihre Informationen habe sie bisher zumeist der Presse entnommen.

Norbert Bucklitsch legte noch einmal dar, dass die Vorgaben mit den Mindestschülerzahlen vom Land kommen. „Es entscheidet.“ Die Stadt als Schulträger halte nur die Einrichtungen vor. Schon länger habe Solpke Probleme, die Mindestschülerzahl, die derzeit bei 40 Kindern liegt, zu erreichen. Und diese Zahl werde weiter angehoben – ab dem Schuljahr 2014/15 sind 50, ab 2017/18 60 Schüler pro Schule Minimum ohne Ausnahmeregelung – , „so dass wir Probleme bekommen“. Man könne als Verwaltung etwa zehn Jahre weit gucken und wisse, was man an Kindern habe. Für die folgenden Jahre sei man auf die Prognosen des Sstatistischen Landesamtes angewiesen, die hochgerechnet werden müssen. Denn man müsse langfristig planen, so in etwa 15 Jahre. Und da könne er, so Bucklitsch, nur sagen: „Tut mir leid, das wird nichts.“

Natürlich wolle die Stadt nicht alles platt machen, aber zur Debatte stehe nicht nur Solpke, sondern auch Estedt. Auch in Letzlingen werde es irgendwann knapp werden. Deshalb, so die Intension, gelte es, die Schule zu stärken, die längerfristig Bestand habe.

Um den Fortbestand des Solpker Hortes, der sich in der Kindertagesstätte befindet, sorgen sich nicht nur die Eltern, sondern auch Ortschaftsrätin und Kita-Leiterin Susann Rahmsdorf, die das am Donnerstag ansprach. Doch da konnte Norbert Bucklitsch beruhigen. Denn auch in der Lindstedter Kita habe der Hort für die Lindstedter Grundschüler, die in Jävenitz zur Schule gehen, weiter Bestand. Die Eltern entscheiden, wo ihre Kinder den Hort besuchen. Der Schulbus fahre auf jeden Fall nach der Schule in die Heimatdörfer.

Wie es allerdings mit den Kinderzahlen in der Kita selbst weitergeht ist offen. Denn es wäre beispielsweise möglich, dass bei Änderung der Schuleinzugsbereiche Jercheler Eltern ihre Kinder in die Jeseritzer Kita schicken werden, damit ihre Sprösslinge einige ihrer künftigen Klassenkameraden in der Letzlinger Grundschule schon kennenlernen. Dieses Szenario hatte Anja Ernst angesprochen, die als Elternvertreterin Rederecht erhalten hatte.

Von Elke Weisbach

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