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Eine Tür soll an die Bombardierung in Gardelegen am 15. März 1945 erinnern

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Von: Ina Tschakyrow

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Schülerin Jasmin Dornblüth stellte das Denkmal im Sozialausschuss vor. © Ina Tschakyrow

Am 15. März 1945 wurde Gardelegen bombardiert. Eine Bombe landete auf dem heutigen Postparkplatz. Es kamen 42 Menschen ums Leben. Eine Tür als Denkmal soll daran erinnern.

Gardelegen – „Man hat es knallen gehört und den Wums gespürt“, beschrieb die Augenzeugin Frau Hötling den Tag, als am 15. März 1945 auf dem heutigen Postparkplatz in Gardelegen eine Bombe einschlug. Ihre Aussage soll auf einem Denkmal stehen, welches an die Bombardierung erinnert, bei der 42 Menschen, die in einem Haus Schutz suchten, ums Leben kamen. „Wir möchten an die Bombardierung erinnern und den Opfern ein Gesicht geben“, erklärte Jasmin Dornblüth, Schülerin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, während der Sitzung des Sozialausschusses.

Bereits im vergangenen Mai informierte die Gymnasiastin über das Schülerprojekt im Sozialausschuss. Dabei wurden zwei Varianten für das Denkmal vorgestellt: Eine Säule und eine Tür. Entschieden wurde sich für die Tür als Denkmal. Genauere Informationen zur Gestaltung stellte Jasmin Dornblüth nun am Dienstagabend vor.

Gestaltung des Denkmals

Aufgestellt werden soll eine zwei mal ein Meter große Tür im rostigen Stil, die aus zwei Türblättern besteht. Die Platten, die sich darauf befinden, sind aus Aluminium, um diese gestalten zu können. Auf den Türblättern stehen Zitate von Augenzeugen, wie von Arnulf Gey: „Ein unheimliches Gefühl, ein unheimliches Geräusch.“ und Achim Kramer: „Ich erinnere mich, dass es eigentlich ein schöner Tag war.“

Die Namen der 42 Todesopfer werden auf dem Denkmal abgebildet sein. Es stehe noch nicht fest, sagte Jasmin Dornblüth, wie die Namen sortiert werden. Möglich wäre eine alphabetische Reihenfolge ohne Geburtsdatum oder eine Sortierung der Namen nach dem Geburtsdatum. Diese Variante bevorzugte Jasmin Dornblüth, denn „wenn man das Alter der Opfer weiß, kann man sich eher ein Bild von den Menschen machen“, erklärte sie.

Ein Foto wird zudem das Haus zeigen, in dem die Menschen Schutz suchten. Eine andere Aufnahme bildet das Haus nach der Bombardierung ab. Auch die Hausnummer wird sich auf dem Denkmal befinden. Auf einer Karte werden die Bombeneinschläge markiert sein. Zudem gibt es ein Bild auf dem viele Punkte dargestellt sind. Einer davon ist rot, der für Bombardierung in Gardelegen steht. Die schwarzen Punkte sollen symbolisch für ähnlich schlimme Schicksale stehen, erklärte die Gymnasiastin.

Auf die Türblätter soll weiterhin ein Bericht der britischen Armee über die Bombardierung in deutscher Übersetzung stehen, ebenso ein kurzer Bericht darüber, wie die Zeit im Jahr 1945 während des Zweiten Weltkrieges für die Gardelegener Bevölkerung war. Da auf das Denkmal nicht alle Informationen passen, wird es einen QR-Code geben, der zu weiteren Informationen führt.

Gestaltet wird das Denkmal auf einem ebenerdigen Boden, damit dieses barrierefrei ist. Geklärt wurde im Sozialausschuss anschließend, wo das Denkmal genau aufgestellt wird. Die Tür wird aus Sicht der Post platziert. Damit schauen diejenigen, die sich das Denkmal ansehen, in Richtung des ehemaligen Eingangs des Hauses, in dem 42 Menschen ums Leben kamen.

Förderung für Finanzierung

Derzeit belaufen sich die Kosten auf 5500 Euro, allerdings fehlen noch mehrere Kostenvoranschläge, unter anderem für den Planer und das Fundament. Die Kosten werden sich also noch erhöhen. Ein Drittel der Gesamtsumme soll aus Spenden finanziert werden. Zwei Drittel übernimmt die Stadt. Geplant ist, Fördergeld für das Projekt zu beantragen.

Angeregt wurde das Projekt, an dem die Netzwerkstelle Schulerfolg sowie die Hansestadt Gardelegen und die zwei Sekundarschulen sowie das Gymnasium beteiligt sind, während einer Sitzung im Sozialausschuss.

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