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Eine Tür, die ins Nichts führt, erinnert an Bombardierung in Gardelegen

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Von: Ina Tschakyrow

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Eine Schülerin und eine Lehrerin präsentieren ein Modell zum Gedenken
Gymnasiastin Jasmin Dornblüth und Anne Lorber, Lehrerin an der Miester Sekundarschule, zeigten das Modell „Tür ins Nichts“. © Lea Weisbach

Zwei Vorschläge wurden im Sozialausschuss vorgestellt, wie an die Bombardierung vom 15. März 1945 in Gardelegen erinnert werden soll. Eine Schülerin und Lehrer präsentierten eine Säule und eine Tür zum Gedenken am Postparkplatz und an der Nikolaikirche.

Gardelegen – Eine Tür, die geöffnet ist. An den Seiten sind Mauern aus Steinen. Die Tür führt zu dem Haus am heutigen Postparkplatz, in dem Menschen am 15. März 1945 Schutz vor den Angriffen der britischen Bomber suchten. Die Tür symbolisiert, wie Menschen in den Tod gegangen sind, ohne es zu wissen, erklärte Jasmin Dornblüth, Schülerin der Klasse 9 c des Geschwister-Scholl-Gymnasiums.

Sie stellte in einer von der Gymnasiastin Mai Do gestalteten Präsentation mit Monique Grothe von der Netzwerkstelle Schulerfolg, Pascal Mattheis und Anne Lorber, Lehrer und Lehrerin an der Miester Sekundarschule „Am Drömling“ sowie Nadja Müller, Lehrerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium, im Sozialausschuss am Dienstagabend die zwei Vorschläge für das Geschichtsprojekt vor, mit dem an die Menschen, die bei den Luftangriffen am 15. März 1945 im Keller des Hauses am Postparkplatz sowie an der Nikolaikirche ums Leben kamen, mit einer Gedenktafel erinnert werden soll.

An der geöffneten Tür, der zweite Vorschlag mit dem Arbeitstitel „Tür ins Nichts“, sollen Info-Tafeln und ein QR-Code, angebracht werden sowie ein Stadtplan, an den beide Gedenkorte markiert sind. Das stellte Jasmin Dornblüth mit einem Modell vor.

Lehrerin Anne Lorber präsentierte mit einem Modell den ersten Vorschlag, bei dem eine Säule dargestellt wird. Auf dieser soll eine 3D-Abbildung von Gardelegen sein, die die Bombenanschläge an den beiden Orten markiert. Ein Mahnspruch befindet sich darunter. Die Säule steht auf einem Sockel, in den kurze Zeitzeugenberichte wie „Es war ein warmer Frühlingstag“ eingraviert werden sollen. Infos sollen auf der Rückseite stehen, dazu ein QR-Code.

Von der Kreativität der Schüler zeigte sich Ausschussvorsitzende Sandra Hietel begeistert. „Super, was daraus geworden ist“, sagte auch Oliver Stegert. Die Jugendlichen waren „mit Herzblut dabei“, fuhr Dr. Hans-Joachim Becker, Kreisvorsitzender vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, fort, was zeige, dass die Jugendlichen in solche Projekte mit eingebunden werden sollten. Bürgermeisterin Mandy Schumacher habe sich nur „Geld besorgen“ notiert und verdeutlichte damit, dass nun auch die Vorschläge umgesetzt werden sollen. Die Schüler und Schülerinnen sollen selbst entscheiden, ob Tür oder Säule an die Geschehnisse erinnern sollen. Mandy Schumacher erklärte, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, um Geld für die Umsetzung zu erhalten. Das sollte möglichst in den nächsten Monaten erfolgen, weil Zeitzeugen zu den Ereignissen befragt wurden, die alle gern noch das fertige Projekt sehen möchten, bemerkte Hans-Joachim Becker.

Wenn es so weit ist, soll die Arbeitsgruppe, auch mit anderen Mitgliedern, weiter bestehen. Monique Grothe schlug vor, dass mit einer Arbeitsgruppe die Geschichte in Gardelegen um 1945 weiter aufgearbeitet werden soll, auch nach der Beendigung des Projektes.

Angeregt wurde das Projekt, an dem die Netzwerkstelle Schulerfolg sowie die Hansestadt Gardelegen und die zwei Sekundarschulen sowie das Gymnasium beteiligt sind, im Sozialausschuss. Es wurde beschlossen, dass Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit gegeben werden soll, das Projekt umzusetzen. Dazu fanden drei Projekttage statt. Es wurde unter anderem auch ein Zeitzeugenaufruf gestartet.

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