Erste Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer der Naturparkverwaltung fast abgeschlossen

„Es ist eine tolle Truppe, sehr motiviert“

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Rund sechs Stunden erkundeten die Ausbildungsteilnehmer vor einigen Tagen drei verschiedene Bereiche des Drömlings. Es war die abschließende Exkursion.

Mieste/Oebisfelde. Das Angebot war eine Premiere und die Resonanz überwältigend. Zum ersten Mal bot die Naturparkverwaltung Drömling in Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule Börde eine Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer im Naturpark Drömling an.

Und es meldeten sich, wie Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung, berichtete, nicht nur 31 Interessierte vom Schüler bis zum Rentner an, die aus Gardelegen, Klötze, Quarnebeck, Rätzlingen, Oebisfelde, Haldensleben, Hörsingen, Ummendorf, Barleben und auch – länderübergreifend – aus Helmstedt kommen.

Es sind zum Ende der rund sechsmonatigen Ausbildung, die seit November vergangenen Jahres 18 Abendveranstaltungen und drei Exkursionen umfasste, auch noch 30 dabei. „Es ist eine tolle Truppe, alle sehr motiviert“, ist Fred Braumann, Leiter der Naturparkverwaltung Drömling, begeistert und voll des Lobes. Er leitete die dritte und damit abschließende Exkursion von Mieste aus in den Drömling vor einigen Tagen.

Fred Braumann führte die dritte Exkursion und erklärte auch das Messfeld für die Moorfläche im Langen Winkel.

Erstes Ziel war der Lange Winkel zwischen Mieste und Sachau, der knapp zwei Stunden auch unter dem Thema „Grünland und Moorschutz“ erkundet wurde. Denn dort befindet sich eine Moorfläche, die nach der Vernässung des Drömlings wieder entstanden ist. Und dort befindet sich laut Braumann auch ein Messfeld mit Schacht des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle, mit dem die Entwicklung des Moores seit 15 Jahren ermittelt wird. Bisheriges Ergebnis: Das Moor hat sich erhalten und ist seit vier Jahren konstant. Zudem gab es Infos zur Landschaft und zu den Schutzzonen sowie Pflanzenkunde mit Blick auf die Sumpfdotterblumen, die auch auf sehr nassen Wiesen gedeihen, und Seggen. Weiter ging es in den Bereich des Calvörder Drömlings, wo die Beweidung mit verschiedenen Rinderrassen, was für den Naturschutz laut Braumann eine schöne Nutzungsform ist, und die Ganzjahresbeweidung – Voraussetzung sind tiefer- und höhergelegene Flächen – Themen waren. Ums Mähen, auch Mahd genannt, ging es schließlich im dritten Drömlingsbereich bei Rätzlingen/Miesterhorst, der mit dem Bus angefahren wurde. Hier wurden unter anderen die Unterschiede von ein- und zweischüriger Mahd erläutert. Auch so manche Tierbeobachtungen ließen die Exkursion zum Erlebnis werden.

Zum Abschluss ihrer Ausbildung müssen die Teilnehmer, wie der Leiter der Naturparkverwaltung ausführt, nun noch eine Hausarbeit zu einem selbst gewählten Thema schreiben und diese ab Ende Mai bis Anfang Juni vor einer Kommission verteidigen. Am 22. Juni werden die Zertifikate übergeben. Und dann sind sie berechtigt, selbst Führungen, Vorträge und Aktionen im Rahmen der Umweltbildung zu verschiedenen Themen im Naturpark anzubieten.

Und darauf hofft die Naturparkverwaltung auch, die laut Fred Braumann zwar die Bildungssachen mit ihren Mitarbeitern abdecken, aber die zahlreichen Anfragen, die darüber hinaus gehen, nicht stemmen kann. Durch die neuen Natur- und Landschaftsführer hofft die Naturparkverwaltung, bald ein buntes Spektrum an verschiedenen Themen anbieten zu können.

Von Elke Weisbach

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