Gardelegener wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr im Amtsgericht zu Geldstrafe verurteilt

Eine Kiste Bier und zwei Flaschen Pfeffi

lam Gardelegen. Er kam zum einen zu spät, weil die Verhandlung im Amtsgericht Gardelegen in einen anderen Raum verlegt worden war.

Zum anderen hatte der 28-Jährige, dessen Einspruch gegen die Höhe des Strafbefehls wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr verhandelt wurde, eine deutlich zu riechende Fahne.

Alkohol scheint das große Problem des Gardelegeners zu sein, was er aber auch freimütig zugibt. Denn auf die Nachfrage von Richterin Nicoline Helfrich, ob er etwas getrunken habe, da sie den Alkohol bis zum Richtertisch rieche, antwortete er: „Ja, habe ich.“ Und auf die Frage, ob er Alkoholiker sei, bestätigte er: „Ja, bin ich.“ Am Abend vor der Verhandlung, erklärte er außerdem, habe er sogar trinken müssen, weil er Angst gehabt habe, wie das hier ausgehe. Denn er sei schon einmal „im Bau“ gewesen. Da wolle er nie wieder hin. Auch deshalb habe er „fast eine Kiste Bier und zwei Flaschen Pfeffi“ getrunken, um zur Ruhe zu kommen.

Um eine Haftstrafe ging es aber gar nicht. Dem Arbeitslosen wurde von der Staatsanwaltschaft Stendal ein Strafbefehl mit einer Geldstrafe aufgebrummt, weil er am 27. Juni des vergangenen Jahres von der Polizei während ihrer Streifentätigkeit erwischt wurde, wie er mit einem Fahrrad ohne Beleuchtung und in deutlichen Schlangenlinien auf der Straße der Freundschaft in der Hansestadt unterwegs war. Er wurde in Höhe des Penny-Marktes von den Beamten kontrolliert. Ein Atemalkoholtest vor Ort zeigte einen Wert von 3,7 Promille. Die spätere Blutanalyse ergab laut Anklage einen Wert von 2,5 Promille.

„Wer mit 2,5 Promille noch Rad fährt, ist auch verhandlungsfähig“, entschied Richterin Helfrich und senkte für den Hartz IV-Empfänger, der sich geständig zeigte – „Ich weiß, ich habe Scheiße gebaut“ – den Strafbefehl wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr auf 30 Tagessätze á zehn Euro, trotz einschlägiger Vorgeschichte. Doch auch diese 300 Euro, so kündigte es der Angeklagte an, werde er von seinen monatlichen Bezügen von 329 Euro nicht zahlen können. „Aber Sie können sie abarbeiten“, erklärte die Richterin mit Nachdruck. Die Staatsanwaltschaft könne das vermitteln.

Für die Zukunft gab sie ihm mit auf den Weg: „Wenn Sie den Alkohol nicht in den Griff kriegen, sollten Sie lieber zu Fuß gehen.“

Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft akzeptierten das Urteil. Somit ist es rechtskräftig.

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