Viele ehemalige Gardelegener verewigen sich im Gästebuch, das in der Tourist-Information ausliegt

„Ein sehr schönes kleines Dorf“

Neben handschriftlichen Eintragungen im Gardelegener Gästebuch haben Besucher auch Postkarten geschrieben oder beigelegt. Foto: Schmidt
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Neben handschriftlichen Eintragungen im Gardelegener Gästebuch haben Besucher auch Postkarten geschrieben oder beigelegt.
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Gardelegen. Gardelegen ist schön. Das meinen zumindest jene Besucher, die sich im Laufe der Jahre ins Gästebuch der Stadt eingetragen haben.

Dieses Gästebuch liegt in der Gardelegener Tourist-Information aus und kann dort, in der ehemaligen Löwen-Apotheke am Rathausplatz, auch eingesehen werden.

In dieses Gästebuch tragen sich Besucher ein, die einen Rundgang durch die Tourist-Information – im Laufe der Jahre gab es mehrere Standortwechsel in der Hansestadt – und das Stadtmuseum gemacht oder sich einer Stadtführung angeschlossen haben. Auffällig bei den handschriftlich verfassten Eintragungen ist: Viele ehemalige Gardelegener haben ihre Eindrücke von der Stadt niedergeschrieben. Und auch viele Besucher aus dem Ausland.

Wie eine Austauschschülerin aus Australien. Malynda Black aus Wooroolin bedankt sich auf Englisch für die nette Hilfe („Thank you so much for all your help“), ohne die sie sich in Gardelegen nicht zurechtgefunden hätte. Auf Deutsch schreibt eine andere Austauschschülern aus „Down Under“, nämlich Karla Dahm: „Gardelegen ist eine sehr schöne Stadt mit sehr netten Leuten.“

Viele ehemaliger Gardelegener haben sich im Gästebuch verewigt. Wie ein Mann aus Bielefeld, der zu DDR-Zeiten seine Geburtsstadt, wie er schreibt, nicht besuchen konnte. Im Jahre 1990 kam er das erste Mal seit vielen Jahrzehnten wieder in seine Geburtsstadt zurück. Sein Eindruck: „Der erste Besuch machte deprimierend und nachdenklich.“ Dazu muss man wissen: Sein damaliger Wohnort Bielefeld gilt auch nicht gerade als architektonische Vorzeigestadt. Beim zweiten Aufenthalt lobt er hingegen die Aufbauarbeit und die Fortschritte, die im Gardelegener Stadtgebiet zu sehen seien. Er schwärmte nun von den „schönen Seiten der Stadt und der sie umgebenden Landschaft“.

Eine andere einstige Gardelegenerin sei „auf den Spuren der Erinnerung gewandelt“, schreibt sie fast verträumt ins Gästebuch. Und eine weitere Frau, die sich auf einer der Seiten verewigt hat, lässt ihrer dichterischen Ader freien Lauf. Geradezu schwärmerisch notiert sie: „Die Liebe zu Gardelegen geht auf und trägt Blumen.“

Manch einer kam zum „Tag des offenen Denkmals“ nach Gardelegen, andere zu ihren Klassentreffen oder zur Einweihung der Roland-Statue am Fuße des Rathauses im Jahre 2002 – und nutzten die Gelegenheit, sich ins Gästebuch einzutragen. Wie „Alexander und Anja“, Wohnort unbekannt. Es muss sich aber um eine ziemlich große Stadt handeln. Denn die beiden Gäste fassten ihre frische Eindrücke von Gardelegen folgendermaßen zusammen: „Ein sehr schönes kleines Dorf.“

Von Stefan Schmidt

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