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Die Wohnung ist (fast) bezugsfertig

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Von: Stefan Schmidt

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Der Mast und der Horst stehen nun in Jävenitz © Stefan Schmidt

Die storchenlose Zeit in Jävenitz soll bald vorüber sein.

Jävenitz – Im vergangenen Sommer tummelten sich zahlreiche Störche in und um Jävenitz. „Einmal suchten acht Störche gleichzeitig Futter am Sportplatz“, erinnert sich Sven Kozisnik. Der Ortswehrleiter von Jävenitz kam kurz danach mit Försterin Britta Homm ins Gespräch und „eher aus einer Bierlaune heraus“, wie er erzählt, fasste man den Entschluss: In Jävenitz soll es wieder ein Storchennest geben. Denn seit vielen Jahren gibt es einen solchen Horst im Dorf nicht mehr.

Gestern nun halfen Mitarbeiter des städtischen Grünflächenamtes mit, einen mehr als zehn Meter hohen Mast auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks am Prinzendamm südlich der ICE-Bahnstrecke am Ortsrand von Jävenitz aufzurichten. Zuvor war die neue Wohnung für Familie Adebar mit Zweigen versehen worden, so dass nun nur noch nach Weihnachten Moos hinzukommt, damit sich dort im Frühjahr erstmals seit vielen Jahren ein Storchenpaar in Jävenitz heimisch fühlen kann.

Sven Kozisnik und Britta Homm hatten in den vergangenen Monaten mehrere Standorte für ein Storchennest in Erwägung gezogen. Dazu gehörten der Teich am Lanken und das Areal rund um die Kindertagesstätte. Doch dort gibt es jeweils Hochspannungsleitungen, so dass man am Ende auf das in Privatbesitz befindliche Gelände des ehemaligen Sägewerks kam. Nach Rücksprache mit dem Storchenbeauftragten des Altmarkkreises Salzwedel, Hans-Günter Benecke, befand man diesen Standort als ideal. Zumal die futterreichen Wiesen am Rande des Jävenitzer Moores in unmittelbarer Nähe sind. Den Mast stellte der Betreiberverein des Schießparks Kahnberg zur Verfügung, den Transport übernahm die GbR Becker aus Wiepke. Mitgeholfen haben auch die Jävenitzer Mario Glatz und Dietrich Kutschker – und Mitarbeiter der Grünflächenpflege der Hansestadt Gardelegen. Am Dienstag früh wurde der Mast aufgestellt. Nun hoffen Sven Kozisnik und Britta Homm, dass sich im Frühjahr ein Storchenpaar dort ansiedelt – Wohnungssuchende, so glauben sie, gibt es genug. Die Störche, so erzählt Sven Kozisnik, würden sich bei ihrem Rückflug aus Afrika auch an der Eisenbahntrasse orientieren und dann auch in Jävenitz landen. „Es wäre schön“, sagt er und blickt auf das Storchennest, „wenn sich nach so vielen Jahren wieder ein Storchenpaar bei uns niederlassen würde“.

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