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„Ein bisschen Natur vor der Tür“

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Biermann
Gemeinsam mit Landesoberangler Axel Ritzmann enthüllte Regina Lessing schließlich den Gedenkstein samt Schrifttafel, die an die Bauzeit und Förderer der Anlage erinnern soll.

Letzlingen - Von Gesine Biermann. Die Jagdhorbläser Letzlinger stimmten an, die Frösche im Teich hielten kräftig dagegen. Die Fische, um die hier es hier ja letzten Endes ging, blieben allerdings stumm. Nur dann und wann sprang mal einer in die Höhe, um zu sehen, was die vielen Menschen am Ufer vorhatten.

Und die hatten tatsächlich etwas vor. Denn mit feierlichen Reden und vielen Dankesworten eröffneten am Sonnabend die Letzlinger Angler unter Vorsitz von Heiko Nielebock, Mitglieder des Kreisanglervereines, angeführt von Reiner Leppek, und sogar Landesanglerverbandschef Axel Ritzmann die einstigen Oxyteiche nahe dem Schlosspark als neues Angelgewässer.

Dem voraus war eine jahrelange Arbeit gegangen, erinnerte Leppek in seiner Ansprache. Um den Teich wieder nutzbar zu machen, war hier mit Gemeindeunterstützung gebaggert und geräumt worden. Viele Angler der Ortsgruppe Letzlingen/Wannefeld hatten ihre Freizeit und Kraft investiert.

Die Bezeichnung „Faule Breite“ – abgeleitet von der Gemarkungsbezeichnung – sei also eigentlich irreführend, zwinkerte Leppek. „Denn faul war hier wirklich niemand.“

Dass der Teich überhaupt angelegt wurde, geschah schließlich auf Anregung der Letzlinger und Wannefelder Angler. Seit etwa acht Jahren – damals wurden die Polvitzer Teiche privatisiert – hatten schließlich vor allem die Jugendlichen und die älteren Petrijünger, die keinen Führerschein besaßen, Probleme, zu einem Angelgewässer zu gelangen. Gemeinsam mit dem Kreisanglerverein hatte die Ortsgruppe deshalb das Projekt gestartet. Der Erfolg, am Sonntag offensichtlich, kann sich nun wirklich sehen lassen, so Leppek.

Das fand auch Bürgermeisterin Regina Lessing, die zur Eröffnung ebenfalls noch gern „drei Worte“ sagen wollte. Was die Angler hier geschaffen hätten, so lobte die Ortschefin, sei „ein kleines bisschen Natur vor der Tür“, das wirklich ansehenswert sei.

Damit hätten die Angler, die als Verein nie so richtig in die Öffentlichkeit treten würden – „Die gehen ja morgens schon im Dunkeln los und sind dann verschwunden“ –, viele Zweifler zum Schweigen gebracht.

Nun hoffe sie, so Lessing, dass die Anlage sauber bleibe und vielen Menschen, Anglern wie Spaziergängern Freude mache.

Gemeinsam mit Landesoberangler Axel Ritzmann enthüllte Regina Lessing schließlich den Gedenkstein samt Schrifttafel, die an die Bauzeit und Förderer der Anlage erinnern soll. Für ihre besonderes Engagement erhielten schließlich drei Letzlinger Angler noch ein Dankeschön von ihrem Chef. Heiko Nielebock überreichte Nadine Arnold, Ronald Grieger und in Abwesenheit Friedrich- Wilhelm Lübke eine Urkunde für ihr Engagement im der Ortsgruppe.

Nach so vielen Worten hatten die Gäste und Organisatoren dann aber natürlich ordentlich Hunger und Durst. Doch dagegen hatten die Angler etwas: Selbst gebackener Kuchen, Kaffee, Bier und, ganz klar, geräucherte Forellen warteten auf die Gäste.

Die Fische im Teich – Aale, Schleie, Weißfische und Karpfen – hatten an diesem Tag nichts zu befürchten. In Zukunft allerdings wird das Glück hier wohl auf der Anglerseite liegen. Der Teich, so hatte Leppek bemerkt, „hätte aufgrund seiner Form auch Hufeisenteich heißen können.“ Und das bringt ja nun tatsächlich Glück.

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