Rotwild-Bejagung stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der AG Rot- und Damwild

„Dürfen uns auf der Strecke nicht ausruhen“

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Das ist seit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft vor nunmehr 15 Jahren Tradition: Die Letzlinger Jagdhornbläser eröffneten am Sonnabend wieder die Jahreshauptversammlung im Letzlinger Kulturhaus.

Letzlingen. Den Damwildbestand in der Colbitz-Letzlinger Heide anheben, den Rotwildbestand verringern – das bleibt weiterhin das Ziel der Arbeitsgemeinschaft (AG) Rot- und Damwild, erklärte am Sonnabend deren Vorsitzender Ralf Pieper während der Jahreshauptversammlung im Letzlinger Kulturhaus.

Zu der AG zählen die Bundesforst Nordöstliches Sachsen-Anhalt, der Landesforstbetrieb Altmark, die fünf Hegegemeinschaften Haldensleben, Gardelegen-Letzlinger Heide, Colbitzer Heide, Schernebeck und Deetzer Warthe sowie die drei Eigenjagdbereiche Rühlmann, Forstbetrieb Glase/Gummert GbR und Hügel. Insgesamt bewirtschaften sie eine Fläche von über 72000 Hektar (ha). Vertreter aller Mitglieder, der Oberen und der Unteren Jagdbehörde, Kreisjägermeister Ulrich Brückner sowie Andreas Möhring von der Technischen Universität Dresden hatten sich im Kulturhaus eingefunden. Bevor Andreas Möhring Ausführungen zum Stand des Besender-Forschungsprojektes „Rotwild in der Colbitz-Letzlinger Heide“, das im vergangenen Jahr startete, gab (Bericht folgt), blickte der Vorsitzende auf das vergangene Jagdjahr 2012/13 zurück.

Und dabei konnte er feststellen, dass sich die Rotwildstrecke seit 1999 verdreifacht habe. Im Jahr 2010/11 habe man zum ersten Mal über 600 Stück erlegt und dachte, das sei bereits die „Schallmauer“. Im vergangenem Jahr wurde die AG eines Besseren belehrt. Denn es kamen insgesamt 750 Stück Rotwild – das sind 99 Stück mehr als im vergangenen Jahr – zur Strecke. Und dennoch, machte Pieper deutlich, sei der Bestand immer noch über den geplanten zwei Stück Rotwild pro ha – „deutlich drüber“ – und höher als es die Brunftzählung beim Rotwild am 22. und 23. September vergangenen Jahres ergeben habe, die prozentual eine sinkende Tendenz zeige. Dass sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass man bei der Zählung manchmal nur Sekunden habe, „das Tier anzusprechen“. Die gute Strecke resultiere vor allem aus den gut organisierten Gemeinschaftsjagden sowie aus der Jagdzeitverlängerung für Schmaltiere, so der Vorsitzende. Dennoch „dürfen wir uns auf der Strecke nicht ausruhen, weil der angenommene Bestand auf einem relativ hohem Niveau liegt“. Aus diesem Grund wurde auch der Planansatz für die Rotwildstrecke mit insgesamt 868 Stück für das neue Jagdjahr deutlich erhöht.

Was künftig in der Planung mehr Beachtung finden müsse, wandte sich Pieper an die Anwesenden, sei das weibliche Rotwild. Deren Anteil innerhalb der Gesamtstrecke an Abschüssen müsse erhöht werden. Denn der Bestand sei nicht wie gedacht in etwa proportional zu je 50 Prozent männlich und weiblich. Sondern es sei so, dass die weiblichen Tiere mit 60 Prozent – Tendenz steigend – überwiegen. Hirschabschüsse seien kein Problem, so Pieper, aber Kahlwild rutsche öfter durch, Alttiere werden nicht erlegt. Und das habe Auswirkungen auf den Bestand. Dazu komme, dass sich der Brunftbetrieb verlagert habe. Die Hirsche stehen noch von Mitte Oktober bis Ende November beim Kahlwild, „weil es noch nicht beschlagen ist. Das geht gar nicht.“ Ende September/Anfang Oktober sollte die Brunft erledigt sein. Überlegenswert wäre weiterhin, die Jagdzeit für das Rotwild, die Ende Januar endet, zu verlängern. Denn gerade im Februar versammeln sich Rotwildrudel in großen Rapsschlägen, vor allem in der Südheide. Um sie zu verbrämen, erklärte der Vorsitzende, wäre es sinnvoll, einige Stücke zu erlegen.

Anders als beim Rotwild, führte er zur zweiten Wildart aus, „haben wir noch Spielraum, das Damwild zu entwickeln“. Von einem Stück pro ha, wie geplant, sei man noch entfernt. 0,4 sei real. Der Bestand habe weiterhin ein relativ niedriges Niveau, was auch die Brunftzählung am 27. und 28. Oktober vergangenen Jahres bestätigte. Der Streckenplan für Damwild wurde im vergangenem Jahr erfüllt und liege mit 91 Abschüssen für das neue Jagdjahr im selben Niveau.

Von Elke Weisbach

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