Neue Ausschreibung zum Absaugen der Nester in der Gardelegener Einheitsgemeinde

Dritte Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners noch dieses Jahr

Absaugen der EPS-Nester
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Noch in diesem Jahr sollen ein weiteres Mal die Nester des Eichenprozessionsspinners abgesaugt werden.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Noch in diesem Jahr wird der Eichenprozessionsspinner in der Einheitsgemeinde Gardelegen ein drittes Mal bekämpft. Es stehen noch finanzielle Mittel vom Land zur Verfügung, weswegen eine weitere Ausschreibung möglich ist.

Gardelegen – Aktuell werden die Ausschreibungsergebnisse erwartet: „Wir stehen in den Startlöchern und sind bereit. Alle Karten mit Bedarf für das Absaugen sind auf einem aktuellen Stand“, so Florian Kauer, Leiter des Ordnungsamtes. Bei dieser Bekämpfung sollen alte Nester von kommunalen Eichen entfernt werden, da die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners auch Jahre später allergische Reaktionen auslösen können. Es steht eine Geldsumme zur Verfügung, die für das Absaugen von etwa 1500 Bäumen ausreicht.

Die Stadt hat in diesem Jahr bereits so viele Bäume behandelt wie in keinem anderen Jahr zuvor. Bei der chemischen Bekämpfung im Frühjahr wurde auf 9500 Eichen der biologisch abbaubare Bacillus Thuringiensis gesprüht, den die Raupen mit den Eichenblättern fressen und danach verhungern. Es war das dritte Mal, dass die Stadt auf diese Art der Bekämpfung setzte „und jetzt sieht man, dass die kontinuierliche Bekämpfung Wirkung zeigt“, resümiert Florian Kauer. „Dort wo Bacillus Thuringiensis eingesetzt wurde, ist meistens kein oder nur geringer Befall zu verzeichnen“, so der Ordnungsamtsleiter weiter.

In diesem Jahr wurde erstmals die biologische Bekämpfung mit Fadenwürmern in einem Forschungsprojekt mit der Hochschule Anhalt in Miesterhorst ausprobiert. Trotz des Besprühens mit den Fadenwürmern waren die 300 Eichen schwer befallen. Die Nester mussten später abgesaugt werden. Ähnlich schlecht wie in Miesterhorst fielen die Nematoden-Ergebnisse auf Versuchsflächen im Biosphärenreservat Drömling aus. Dennoch soll es im nächsten Jahr einen zweiten Projektversuch mit den Wissenschaftlern geben, denn die Hansestadt Gardelegen setzt in diese Art der Bekämpfung Hoffnung, da sie auch in Wassernähe möglich wäre – wichtig für betroffenen Bäume an Gräben und im Biosphärenreservat. Die Nematoden-Bekämpfung kostete 5000 Euro.

Die höchsten Kosten sind jedes Jahr für die mechanische Bekämpfung. 300 kommunale Bäume wurden im Sommer von den Schädlingen mittels Absaugen befreit, darunter die der Nematoden-Bekämpfung in Miesterhorst sowie Eichen in den Bereichen Dannefeld und Algenstedt. Florian Kauer lobte die gute und vor allem schnelle Zusammenarbeit mit Ortsbürgermeistern der betroffenen Ortsteile.

Unter Berücksichtigung der neuen Ausschreibung werden am Ende des Jahres insgesamt 207.000 Euro für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ausgegeben worden sein, davon 27 500 Euro Eigenmittel der Stadt und 179.500 Euro Fördermittel.

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