Besucher können ab sofort die Rundwege „Auf zum Stakenberg“ und „Zu Himmel und Hölle“ zu Fuß erkunden 

Drei neue Wanderwege in und um Zichtau

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Friedrich Schmidt (v.l.), Rüdiger Zierau, Heike Winkelmann, Vera Preuße, Christa Ringkamp, Dirk Schlüsselburg, Sybille Meyer, Caspar Boshamer und Heike Rindt versammelten sich um die neuen Landmarken, an denen sich Wanderer orientieren können. 

Zichtau. „Das Wandern ist des Müllers Lust“ heißt es in einem alten deutschen Volkslied. Und die Lust am Wandern und das Entdecken der Natur scheint wieder voll im Trend zu liegen.

„Im Wanderbereich steigen die Wachstumsraten. Der Mensch möchte raus in die Natur“, sagte Gut Zichtaus Geschäftsführer Dirk Schlüsselburg am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in der Orangerie. 

Die Gartenakademie Sachsen-Anhalt hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, das Wanderwege-Angebot wieder aufzuwerten. Und hat drei neue Routen in und um Zichtau konzipiert. Unter dem Motto „Auf Solbrig’s Spuren“ können Wanderfreunde ab sofort die Rundwege „Auf zum Stakenberg“ und „Zu Himmel und Hölle“ sowie einen Wanderweg durch die Gärten von Gut Zichtau erkunden.

Zur Geschichte der Wanderwege

Der Kreishauptmann Johann Christian Solbrig erwarb 1811 von der Familie von Alvensleben das Gut Zichtau „Neue Seite“. Ab 1817 begann er die völlig entwaldeten Hellberge wieder aufzuforsten. Später legte er am Gutshaus einen Landschaftspark an und er bezog in seiner landschaftlichen Verschönerung auch die umliegenden Hellberge mit ein. Die Ergebnisse seiner Arbeit sind bis heute erhalten. Die Idee, die bereits vorhandenen Wanderwege wieder aufzuwerten, hatten der Besitzer von Gut Zichtau, Hasso von Blücher, und Sybille Meyer von der Gartenakademie schon seit Längerem. Bislang ist ihr Vorhaben allerdings an der Finanzierung und an der Einigung mit den Waldbesitzern gescheitert. Denn einige Wege führen über Flächen, die nicht zum Gut gehören.

Das hat sich jetzt geändert. Das Projekt „Auf Solbrig’s Spuren“ wird mit rund 21 600 Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds gefördert. Und es haben sich drei Flächenbesitzer bereit erklärt, ihr Grundstück für andere zugänglich zu machen. Sybille Meyer, die das Projekt mitbetreut, ist selber alle Wege abgegangen und bestätigte, dass sie auch alle gefunden habe.

Auch wenn sich Flächenbesitzer gefunden haben, die das Projekt für gut heißen, stehen sie zum jetzigen Zeitpunkt, weil sie nicht wissen, wie das neue Angebot angenommen wird, dem Tourismus skeptisch gegenüber. „Solange es sich hierbei um einen sanften Tourismus handelt und nicht um einen Massenansturm, ist das okay. Schließlich bleibt nur so die Schönheit der Natur erhalten“, sagte Vera Preuße, eine der drei Waldbesitzer.

Informatives über die Wanderstrecken

Auf den drei Routen gibt es neben reichlich viel Landschaft auch verschiedene Sehenswürdigkeiten zu sehen. Alle Wanderstrecken sind mit Landmarken beschildert. Auf den Landmarken ist jeweils ein QR-Code vorhanden. „Bringt man sein Handy dort an, dann wird man im Internet mit der Seite der Gartenakademie verlinkt und bekommt weitere Infos zu dem Standort ,auf dem man sich gerade befindet“, erklärte Christa Ringkamp, die Leiterin der Gartenakademie. An den unterschiedlichen Wanderstrecken sind Holzbänke aufgestellt – sie wurden vom jungen Tischler und Bildhauer Holger Schwerin aus Immekath erstellt – und bieten für Wanderer eine gute Gelegenheit für eine Rast. Interessierte Naturfreunde können sich die Wandertouren „Auf dem Stakenberg“ und „Zu Himmel und Hölle“ durch Wanderführer zeigen lassen.

Die Zichtauer Rüdiger Zierau und Friedrich Schmidt unterstützen als Wanderführer das neue Projekt des Gutes. Wer sich, das Angebot gilt auch für Schulen, für eine Wandertour mit Führung entscheidet, kann sich im Ferienpark Zichtau anmelden, so Christa Ringkamp.

Eine Führung durch die Gärten von Gut Zichtau übernimmt Heike Rindt. Anmeldungen erfolgen hierfür direkt beim Gut.

Von Marilena Berlan

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