Dorfkirche wird ab sofort nach Einbruch der Dunkelheit angeleuchtet

Wiepkes „vorgezogenes Weihnachtswunder“

Kirche im Dunkeln
+
Die Wiepker Dorfkirche wird angestrahlt.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
    schließen

Die Wiepker Dorfkirche bietet seit wenigen Tagen einen ganz besonderen Blickfang.

Wiepke – Viele Einwohner von Wiepke haben in den vergangenen Tagen ihren Status bei WhatsApp geändert: Das Profilbild ist neu. Zu sehen ist nun die abendlich beleuchtete Kirche inmitten des Dorfes. „Das ist für viele jetzt sowas wie unser neuer Leuchtturm“, erzählt Kerstin Damm. Sie ist Mitglied im Wiepker Gemeindekirchenrat und freut sich ebenso wie die vier übrigen Mitwirkenden – Dr. Katharina Molenda, Dirk Arnold, Birgitt Krüger und Kerstin Becker – über die drei Lampen, die rund um die Kirche aufgestellt sind und seit dem vergangenen Dienstagabend den altehrwürdigen Bau aus dem zwölften Jahrhundert erstrahlen lassen. „Für uns ist das wie ein vorgezogenes Weihnachtswunder“, freut sich Katharina Molenda.

Die Idee, das Gotteshaus im Romanikstil, das eine der Stationen der „Straße der Romanik“ ist, nach Einbruch der Dunkelheit anleuchten zu lassen, hatte der Gemeindekirchenrat „und da speziell unsere jüngeren Mitglieder“, erinnert sich Molenda, im März. Also wurden Spenden gesammelt. Ob Jagdgenossenschaft, der örtliche landwirtschaftliche Betrieb, die Baufirma Astka aus Altmersleben, der „Spelunkenwirt“ oder die Sparkasse Altmark West: „Wir haben in den vergangenen Monaten sehr viel Unterstützung erfahren“, zeigt sich Katharina Molenda dankbar. Hinzu kamen noch diverse Zuwendungen von Einzelpersonen aus Wiepke und Umgebung.

Im September hätte das Licht bereits leuchten können, auch das Kreiskirchenamt in Salzwedel habe sehr viel geholfen, weiß Katharina Molenda. Am Ende musste noch der Denkmalschutz zustimmen – der das dann auch Anfang Dezember tat. Städtische Mitarbeiter verlegten binnen weniger Tage die Leitungen, so dass einer Beleuchtung nichts mehr im Wege stand. „Am Ende ging alles ganz schnell“, zeigen sich die Wiepker Gemeindekirchenrats-Mitglieder begeistert.

Die Kirche in Wiepke wird nun aus drei unterschiedlichen Richtungen angeleuchtet, in warmweißer Farbe. Das Gotteshaus wird ab 17 Uhr, wenn es bereits dunkel ist, leicht gelblich angestrahlt. Und zwar bis 22 Uhr. Ob und zu welchen Uhrzeiten es eine Beleuchtung auch im Sommer geben wird, das hänge auch von der Höhe der ab sofort anfallenden Stromkosten ab, sagt Dirk Arnold.

Bewundern können die leuchtende Kirche nicht nur die Einwohner von Wiepke, sondern auch die Autofahrer auf der Bundesstraße 71, die nur wenige Meter von der Dorfkirche entfernt durch Wiepke verläuft.

Vorfreude herrscht in Wiepke bereits auf den Gottesdienst an Heiligabend, den Superintendent Matthias Heinrich halten wird. Beginn ist um 16.30 Uhr – zu diesem Zeitpunkt ist es zwar draußen schon dunkel, die Kirche wird aber noch nicht angestrahlt. „Aber wenn der Gottesdienst beendet ist“, blickt Katharina Molenda voraus, „dann treten wir alle nach draußen – und die Kirche wird angeleuchtet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare