Maßnahmen zur Gestaltung der städtischen IGEK-Fördergebiete vorgestellt

Donut-Effekt in Innenstadt?

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Die Garley-Brauerei hat eine gute Lage, deswegen schlug Ilona Hadasch vor, dass die Stadt das Gelände erwerben und wieder nutzbar machen sollte.

Gardelegen. Im Sommer fanden zwei Stadtspaziergänge für die Fortschreibung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) für die Fördergebiete der Städtebauförderung in Gardelegen statt.

Erste Ergebnisse des Konzeptes wurden am Montagabend dem Bauausschuss präsentiert. Prof. Dr. Ing. Holger Schmidt und seine Kollegin Ilona Hadasch vom Dessauer Büro für Siedlungserneuerung stellten zudem für die Fördergebiete Altstadt, Bahnhofsvorstadt, Schlüsselkorb und Bertolt-Brecht-Straße/OdF-Straße Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen vor.

Für die Altstadt, in der hoher Wohnungsleerstand trotz Einwohnerzuwachs herrscht, sei eine Altbaumobilisierung wichtig. Das bedeutet einerseits Sicherungsmaßnahmen an den historischen Bauten, die zwar fast komplett vorhanden sind, aber für die laut Holger Schmidt auch „der größte Handlungsbedarf“ besteht, sowie eine Eigentümeraktivierung, also beispielsweise die Unterstützung bei privaten Gebäudesanierungen oder bei Eigentümerwechseln. Diesen schlug Ilona Hadasch für die Garley-Brauerei vor, denn wenn die Stadt die Immobilie erwirbt, könne sie diese der Stadt wieder zufügen, denn das Gelände müsse wegen seiner guten Lage neu genutzt werden. Ebenfalls wichtig, weil dort Besucher ankommen, ist der Bahnhof, auch dieser sollte saniert werden. „Der Besitzer sieht aber keine Notwendigkeit, ebenso bei Garley“, äußerte sich Norbert Hoiczyk. Es sei allerdings nicht so, dass die Stadt keine Möglichkeiten habe, diesbezüglich einzugreifen, gab Holger Schmidt zurück, aus städtebaulichen Gründen sei dies durchaus machbar. „Und wenn ein vernünftiges Konzept vorliegt“, ergänzte Siegfried Jordan, „sind auch die Stadträte dabei“ den Bahnhof neu zu gestalten. Dazu brauche es aber auch Geld, „sonst hätten wir das damals schon gemacht“, gab Norbert Hoiczyk zurück. Eine weitere vorgeschlagene Maßnahme für die Bahnhofsvorstadt ist der Ausbau des Pendler-Parkplatzes.

Um den Leerstand von Gebäuden zu verringern, schlug Ilona Hadasch Beratungsgutscheine vor, beispielsweise für die weitere Nutzung leergezogener Geschäfte, die als solche nicht wiederbelebt werden. Für solche Gebäude käme zudem die Idee eines geplanten Verfügungsfonds in Frage. Damit können Gebäudeeigentümer Unterstützung unter anderem bei Neugestaltungen von Fassaden bekommen.

In der Altstadt sollen zudem Brachflächen für ein schöneres Stadtbild begrünt und der Baumplatz am Goldenen Ring aufgewertet werden, stellte Ilona Hadasch den Bauausschuss-Mitgliedern vor. Aufgewertet wurde in den vergangenen Jahren auch das Fördergebiet Schlüsselkorb. Dort gebe es „so gut wie keinen Leerstand“, teilte Holger Schmidt mit, die Wohngegend sei preiswert, kinderfreundlich und hat viele Bildungsangebote. An diesen muss man aber dennoch dranbleiben. „Das was man schon gemacht hat, soll weiter verbessert werden“, sagte Holger Schmidt bezüglich der Bibliothek. Solche Verbesserungen sollten auch für das vierte Fördergebiet Bertolt-Brecht-Straße/OdF-Straße erfolgen, besonders im Hinblick auf die soziale Infrastruktur. Das bedeutet, dass die Kindereinrichtungen weiter saniert werden sollten, aber auch, dass die OdF-Straße selbst erneuert werden sollte.

Mit all diesen Maßnahmen könne auch der sogenannte Donut-Effekt für Gardelegen verhindert werden, nämlich dass die Innenstadt aufgrund von Leerstand ebenso hohl wird, wie es ein Donut durch sein Loch in der Mitte ist, erklärte Holger Schmidt abschließend.

Von Ina Tschakyrow

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