Nun doch: Potzehnes Bad öffnet

Sie waren nicht zu übersehen und auch nicht zu überhören: Rund 50 kleine und große Potzehner, Parleiber, Letzlinger, Wannefelder, Jeseritzer, Jercheler und Gardelegener demonstrierten gestern vor dem Stadtrat am Rathaus für die Öffnung des Potzehner Freibades.

Gardelegen / Potzehne. „Denkt an uns Kinder!“, „Seepferdchen 2011“, „Wir lieben unser Freibad!“ – genau das machten gestern Abend kleine und große Potzehner, Parleiber, Letzlinger, Wannefelder, Jeseritzer, Jercheler und Gardelegener vor dem Stadtrat lautstark mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas sowie sichtbar mit selbst gestalteten Plakaten und Badeutensilien deutlich.

Rund 50 Frauen, Männer und Kinder forderten am Rathaus vehement die Öffnung des Potzehner Freibades, die während des Stadtrates zur Abstimmung stand. „Unser Ziel ist es, dass es nachher mehr Stimmen für das Aufmachen als für das Schließen des Bades gibt“, erklärte Mandy Schulze, die mit anderen Freibadfreunden die Demonstration initiiert hatte. Denn es gebe in Potzehne nur noch den Sportplatz und das Bad als Treffpunkte der Generationen. Und niemand wolle allein an seinem Pool sitzen, den in Potzehne aufgrund der Badeanstalt auch fast niemand habe. Aus diesem Grund forderten die Demonstranten von den Abgeordneten ganz deutlich: „Haltet Euer Wort: Soziales Leben in den Dörfern“ und „Eure Stimme für unser Freibad“.

Genau diese Stimmen gab es am Ende auch. Denn um 20.13 Uhr stand im Gardelegener Rathaussaal, wo einige der vorher demonstrierenden Teilnehmer der Diskussion gebannt lauschten, fest: Das Freibad in Potzehne öffnet in diesem Jahr doch wieder. Bei nur sieben Gegenstimmen – darunter Bürgermeister Konrad Fuchs, Stadtratsvorsitzender Kai-Michael Neubüser und auch Finanzausschuss-Chef Jens Bombach – war eine deutliche Mehrheit der Ratsmitglieder für die Öffnung. Es gab zudem fünf Enthaltungen. Zuletzt hatte sich zwar der Sozialausschuss für eine Öffnung des Potzehner Bades ausgesprochen. Im Finanz- als auch im Hauptausschuss gab es dafür aber jeweils keine Mehrheit.

Regina Lessing, die Chefin der Gemischten Fraktion, von der der Antrag auf Wiedereröffnung kam (2010 war das Bad in Potzehne zu), betonte, dass sich die Stadt Gardelegen noch gar nicht in der Haushalts-Konsolidierung befinde. Genau dieses Argument hatte zuvor Finanzausschuss-Chef Jens Bombach ins Spiel gebracht: Während einer Konsolidierung dürfe eine Kommune keine zusätzliche freiwillige Aufgabe in Angriff nehmen. Eine Konsolidierung, so Regina Lessing, greife aber erst dann, wenn Haushaltsplan auch verabschiedet sei. Was bisher noch nicht der Fall ist.

Von Elke Weisbach und Stefan Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare