Erneut Diskussionen um Sanierungs- und Abrisspläne

Gardelegener Backhaus: „Kein historischer Wert“

Das Backhaus steht auf dem Hof hinter dem Großen Hospital.
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Das Gardelegener Backhaus soll abgerissen werden.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Über die Finanzierung für die geplante Sanierung des Seitenflügels des Großen Hospitals in Gardelegen wurde erneut diskutiert. Auch der Abriss des Back- und Bethauses wurde besprochen. Es gibt bereits seit 2017 eine Abrissgenehmigung.

Gardelegen – Die Sanierung des Seitenflügels des Großen Hospitals und der Abriss des Back- und Bethauses wurde während des Hauptausschusses erneut diskutiert.

Zunächst ging es um die Höhe der Kosten für die Sanierung des Seitenflügels, die sich auf etwa 1,7 Millionen Euro belaufen. „Ich habe mir das Objekt angeschaut“, sagte Gunnar Itagaki, „das sieht alles solide aus, das Gebäude ist nicht übermäßig groß, wie kommen die ganzen Kosten zustande“, fragte Gunnar Itagaki und scherzte: „Da könnte ich fast Neuschwanstein für kaufen“. Wolfgang Oelze, Geschäftsführer der Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), die der Besitzer des Großen Hospitals ist, dessen Eigentümer aber die Hospitalsstiftung ist, erklärte, dass bereits für den Gebäudeteil, den der Gardelegener Wasserverband angemietet hat, für „reine Erhaltungsmaßnahmen“, eine Million Euro ausgegeben wurden. Es musste dann noch eine weitere Million investiert werden. Der Seitenflügel muss gedämmt werden, neue Fenster werden eingebaut, der Gebäudeteil muss trocken gelegt werden, tragende Wände mit Stahlträgern abgefangen, am Dach muss etwas gemacht werden, zählte Wolfgang Oelze einige Baumaßnahmen auf. „Nach heutigem Stand kostet das 1,7 Millionen Euro“. Der Geschäftsführer erklärte, dass für neue Fenster im bereits vor Jahren sanierten Gebäudeteil schon 120 000 Euro ausgegeben wurden. „Und da ist nichts vergoldet“, fragte Gunnar Itagaki nach. Wolfgang Oelze verneinte und erklärte, dass der Wasserverband bei der damaligen Sanierung auch keine Sonderwünsche hatte, es wurde lediglich eine Trinkwasserentnahmestelle eingebaut. Es komme zudem darauf an, so Wolfgang Oelze weiter, wer die Räume nutzt. Ob der Seitenflügel als Großraum angemietet wird, oder einzelne Räume vermietet werden.

Summe ist „gerechtfertigt“

Dirk Kuke sah diese „Summe als gerechtfertigt an“ und informierte, dass wegen der Pläne um das Back- und Bethaus „seine Telefone heiß geklingelt sind“. Das Back- und Bethaus soll möglichst vor der Sanierung des Seitenflügels abgerissen werden, da unter anderem Brandschutzauflagen nicht eingehalten werden. Im Bauausschuss informierte Wolfgang Oelze, dass es Pläne einer Privatperson gibt, das Back- und Bethaus abzubauen und woanders in der Altmark wieder aufzubauen. Eine Abrissgenehmigung für das Gebäude, dass sich auf dem Hof hinter dem Großen Hospital befindet, gibt es bereits seit März 2017.

Gegen den Abriss ist der Architekt Lutz Schwarzbrunn, der unter anderem in den vorherigen Jahren schon Klagen eingereicht hat, die erfolglos waren. Auch jetzt will er wieder gegen den Abriss vorgehen.

Geld für Nebensächlichkeiten ausgeben ist „überflüssig“

Ulrich Scheffler, sagte er im Hauptausschuss, habe sich kürzlich den Zustand des Gebäudes angesehen. „Das hat keinen historischen Charakter“, sondern nur einen „bautechnischen Charakter“. Das Fachwerk sei nicht älter als 150 Jahre. Die Sanierung an dem Gebäude, wie die Dacheindeckung oder die Maurerarbeiten, wurde nach der innerpolitischen Wende durchgeführt, so Ulrich Scheffler weiter: „Das Gebäude hat für das Ensemble der Stadt keinen Wert.“ Historisch ist aber der Backofen, der sich im unteren Teil des Gebäudes befindet. Ulrich Scheffler schlug vor, dass nach dem Abriss des Gebäudes der Backofen erhalten bleiben und darüber eine Art Pavillon gebaut werden könnte. So könnte der historische Charakter gezeigt werden. Das Vorhaben sei so schon teuer, „für Nebensächlichkeiten Geld ausgeben ist überflüssig“, sagte Gunnar Itagaki und weiter: „Das kann man machen, wenn man Geld übrig hat“.

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