71. Jahrestag des Feldscheunen-Massakers bei Gardelegen erstmals unter Federführung des Landes

Diesmal: Gräberfeld im Zentrum

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Am gestrigen 71. Jahrestag des Feldscheunen-Massakers bei Gardelegen ging es ans Gräberfeld und nicht mehr, wie in den Jahren zuvor, an die Überreste der Feldscheunenmauer. Federführend war erstmals die Landes-Gedenkstättenstiftung.

Gardelegen. Dieser Weg war, wie immer am 13. April, kein leichter. Und er war anders als in den Jahren zuvor. Am gestrigen 71. Jahrestag des Massakers in der Feldscheune Isenschnibbe, wo 1016 KZ-Häftlinge am 13. April 1945 von den Nazis ermordet wurden, fand die Gedenkveranstaltung diesmal ausschließlich am Gräberfeld statt.

Und nicht, wie sonst, auch an den Überresten der Feldscheunen-Mauer – dort, wo das Inferno stattfand. Auch deshalb, weil die Landes-Gedenkstättenstiftung, unter deren Federführung das Gedenken an gestrigen frühen Abend erstmals abgehalten wurde, den vielen betagten Trauernden den langen Weg von der Mauer zum Gräberfeld nicht zumuten wollte. Und: Auf dem Gräberfeld liegen die Opfer begraben. Man wolle im übertragenen Sinne möglichst nahe bei ihnen sein.

Hauptredner während der knapp einstündigen Veranstaltung war Dieter Steinecke, bis vor kurzem Präsident des Magdeburger Landtags und seit mehreren Jahren Landesvorsitzender des Volksbundes deutsche Kriegsgräberfürsorge. Es wandte sich scharf gegen Rechtsradikalismus und Terrorismus. Man müsse gegen jene, „deren Köpfe kahlgeschoren sind – auch von innen“, angehen. Und: Die Gesellschaft dürfe „fehlende Zivilcourage nicht als Toleranz ausgeben.“

Das Wort ergriffen auch der Leiter der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Garde-legen, Andreas Froese-Karow, und Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig.

Gebete sprachen der evangelische Pfarrer aus Gar-delegen, Martin Goetzki, sein katholischer Amtsbruder Andreas Lorenz, der Erzpriester der russisch-orthodoxen Gemeinde in Magdeburg, Boris Ustimenko, sowie Elisha Portnoi, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde aus Dessau.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch den Männerchor Eintracht aus Gardelegen, den Männergesangver-ein Letz-lingen und den Posaunenchor Mieste.

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