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Waldschnibbe steht zum Verkauf

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Von: Stefan Schmidt

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Villa von außen
Die Waldschnibbe steht seit 2003 leer. © Stefan Schmidt

Die Waldschnibbe bei Gardelegen, 1906 erbaut, steht zum Verkauf.

Gardelegen – Das Gebäude liegt versteckt und fast schon verwunschen am Rande der Colbitz-Letzlinger Heide. Aber: Die Waldschnibbe, etwa zwei Kilometer südlich von Gardelegen gelegen, steht leer. Und steht zum Verkauf. Auf E-Bay wird das Objekt für eine Kaufsumme von 320 000 Euro angeboten.

Das Gebäude hat eine bewegte Vergangenheit. Einst, nämlich von 1914 bis 1918, lebte dort Gardelegens wohl bis heute berühmtester Sohn, der Humorist Otto Reutter, der im Jahr 1870 als Otto Pfützenreuter an der Sandstraße das Licht der Welt erblickte. Um die Jahrhundertwende war er einer der bestbezahlten Künstler Deutschlands, besuchte immer wieder seine Heimatstadt Gardelegen und kaufte sich das Anwesen mit einer Grundstücksfläche von mehr als 22 000 Quadratmetern.

Erbaut wurde die Waldschnibbe im Jahr 1906 durch den Architekten Emil Lorenz, der diesen Auftrag von Rittmeister Wilhelm Müller erhielt. Längst ist das mehrstöckige Gebäude – das Hauptgebäude hat vier Etagen – denkmalgeschützt. Wer die Waldschnibbe erwirbt, ist Besitzer eines 50 Zimmer umfassenden Anwesens mit einer Wohnfläche von stolzen 1571 Quadratmetern.

Die Waldschnibbe war zuletzt eine Jugendherberge, die allerdings im Jahr 2003 geschlossen wurde. Seitdem –also seit mehr als 18 Jahren –steht das Gebäude leer und ist ungenutzt. Laut Beschreibung ist das Objekt „stark sanierungsbedürftig, das Gebäude sei generell „in einem sanierungs- und modernisierungsbedürftigen Zustand“. Eine solche Sanierung „betrifft hauptsächlich Heizung, Dach, Fassade, Dämmung und Fenster“. Immerhin: Es handele sich um eine „gute, ruhige Wohnlage“.

Besonders charakteristisch ist die mächtige Freitreppe, über die die Villa erschlossen ist. Dazu gibt es Veranda, Erker und Dachterrasse – sowie einen Keller, in dem sich einst eine Kneipe befand.

Wer die Waldschnibbe erwirbt, muss aber nicht nur den Kaufpreis bezahlen. Sondern auch eine nicht unerhebliche Geldsumme in die Sanierung stecken

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