Segelflieger aus der Nähe von Halle halten sich eine Woche lang auf dem Gardelegener Segelflugplatz auf

„Die Thermik hier ist wunderbar“

+
Fühlen sich auf dem Segelflugplatz bei Gardelegen pudelwohl: Chris Orzessek (im Cockpit) sowie Markus Michallok (vorne) und Marcus Oehlschlegel vom Flugsportverein Oppin bei Halle an der Saale.

Gardelegen. Sie sitzen geschützt unter einem kleinen Zelt. Belegte Brötchen und natürlich viel Wasser vor sich. Und das Funkgerät in der Hand. 20 Mitglieder eines Segelflugclubs aus Oppin bei Halle an der Saale halten sich seit dem vergangenen Wochenende in Gardelegen auf.

Genauer: Auf dem Segelflugplatz. Dort, auf der Anhöhe mit Blick auf die Silhouette von Gardelegen, haben sie ihre Zelte aufgebaut, übernachten dort. Und tagsüber geht es in die Luft. Denn die Frauen, Männer und Jugendlichen sind Mitglieder im Flugsportverein (FSV) Oppin. Dort gibt es ebenfalls einen Segelflugplatz. Aber einmal im Jahr, immer während der Sommerferien, werden andere Plätze angesteuert. „Damit wir auch mal andere Bedingungen kennenlernen“, sagt Chris Orzessek.

Und die Bedingungen in Gardelegen sind nach übereinstimmender Auskunft der am Boden Gebliebenen – täglich starten mehrere Segelflieger zu teils stundenlangen Flügen – nahezu ideal. „Die Thermik ist wunderbar“, sagt Chris Orzessek. Denn der altmärkische Sandboden sei warm, diese Wärme steige auf und sorge so für mehr Auftrieb als bei anderen Böden.

Folge: Es geht teilweise hinauf bis auf 1900 Meter. Geflogen wird, wenn es das Wetter zulässt – und das war in dieser Woche durchgehend der Fall – auf Sicht. Man orientiert sich an markanten Punkten wie Städten („Gardelegen liegt niedlich eingebettet“), Bahnlinien und Bundesstraßen. Dann kann es bei Dreiecksflügen auch mal über eine Distanz von 300 Kilometer gehen – kostenloser Brockenblick inclusive.

Geflogen wird „bis Sunset“, also bis zum Sonnenuntergang. je nach Lust, Laune und eben der Thermik. Und: Im Cockpit ist es gar nicht so heiß, wie man denken mag. Denn hoch oben ist die Luft spürbar kälter. Die Geschwindigkeit kann bis zu 150 km/h betragen. Aber auch wenn es von unten so aussieht: „Es gibt in den seltensten Fällen ein gleichmäßiges Gleiten“, erzählt Chris Orzessek. Und es gehe auch in den seltensten Fällen strikt geradeaus.

Im nächsten Jahr werden die Segelflieger aus Oppin wohl einen neuen Segelflugplatz für ihr Sommerquartier aussuchen. Denn „Abwechslung muss sein.“

Von Stefan Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare