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Irrfahrt von Drogen-Rambo endete in Hemstedt : Urteil ist rechtskräftig

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Von: Stefan Schmidt

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Autos auf Acker
Die Amokfahrt endete damals auf einem Acker bei Hemstedt. © Stefan Schmidt

Das Urteil gegen einen Amokfahrer vom Oktober 2020 ist nun rechtskräftig.

Hemstedt / Stendal – Der Amokfahrer, der am 21. Oktober 2020 in mehreren Dörfern zwischen Klötze und Hemstedt insgesamt zwölf Autos im Drogenrausch beschädigt hatte, befindet sich in therapeutischer Behandlung. Vor allem deshalb ist das am 18. Dezember 2020 im Gardelegener Amtsgericht gefällte Urteil gegen den damals 43-Jährigen mittlerweile rechtskräftig.

Hintergrund: Am Donnerstag hätte vor dem Landgericht Stendal gegen den damals unter starkem Drogeneinfluss stehenden Fahrer der Berufungsprozess stattfinden sollen. Doch die Staatsanwaltschaft, die diese Berufung ursprünglich angestrengt hatte, habe ihre Anträge wieder zurückgezogen, erklärt dazu der Pressesprecher des Stendaler Landgerichts, Dr. Michael Steenbuck, auf Anfrage der Altmark-Zeitung.

Das im Gardelegener Amtsgericht gesprochene Urteil, eine einjährige Bewährungsstrafe mit Therapie-Auflage, war der Staatsanwaltschaft zu milde. Sie wollte, dass der Mann ins Gefängnis muss und darüber hinaus in eine Entziehungseinrichtung eingeliefert wird. Im Vorfeld des Berufungsprozesses habe die Kammer des Landgerichts jedoch gegenüber der Staatsanwaltschaft durchblicken lassen, so Steenbuck, dass es wenig Chancen auf Erfolg gebe. Denn der Verurteilte, der seinerzeit geständig war, erfülle die Therapie-Auflagen. Und somit gebe es wenig Chancen auf ein härteres Urteil als das von Gardelegens Amtsrichter Axel Bormann gesprochene vom 18. Dezember 2020. Mit der Berufungs-Rücknahme ist das damalige Urteil somit rechtskräftig, es gibt keine weitere Verhandlung. Was vor allem für die seinerzeitigen Zeugen, die die Amokfahrt miterlebt hatten und das Geschehene nur drei Monate später im Gerichtssaal schildern mussten, eine psychische Erleichterung sein dürfte. Damals hatte der Amokfahrer unter anderem den Wagen einer vierköpfigen Familie – darunter befanden sich zwei kleine Kinder – mit einem Eisenring malträtiert. Auf einem Acker endete dann die Irrfahrt – der Fahrer wurde bei der Festnahme durch einen Schuss, der sich versehentlich aus einer Dienstwaffe löste, verletzt.

Unberührt von dem nun beendeten Strafverfahren bleiben eventuelle Zivilklagen der Geschädigten.

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