Baumaßnahme in Gardelegen wird von Stadt gefördert

Seitenflügel vom Großen Hospital wird saniert

Das Große Hospital befindet sich an der Philipp-Müller-Straße in Gardelegen.
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Der Seitenflügel soll saniert werden.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Der Seitenflügel des Großen Hospitals in Gardelegen soll saniert werden. Dazu soll vorher das Back- und Bethaus abgebaut werden.

Gardelegen – Der Seitenflügel des Großen Hospitals an der Philipp-Müller-Straße soll grundhaft saniert und instand gesetzt werden. Das Gebäude ist ein städtebildprägendes Einzeldenkmal. Eine Sanierung sei eine einmalige Chance das historische Gebäude für die nächsten Jahrzehnte zu sichern, sagte Wolfgang Oelze, Geschäftsführer der Gardelegener Wohnungsbaugesellschaft (Wobau), der das Gebäude gehört, am Montagabend im Ausschuss für Bau- und Ordnungsangelegenheiten.

Die Kosten belaufen sich insgesamt auf 1,75 Millionen Euro. Die Wobau kann 53 Prozent der Kosten übernehmen, also 927.500 Euro. Um die Gesamtfinanzierung zu sichern, soll das Vorhaben in Höhe der Kosten gefördert werden, die das Unternehmen durch nachhaltig erzielbare Mieteinnahmen nicht erwirtschaften kann.

Stadt könnte mit 822.500 Euro unterstützen

Die Hansestadt könnte die Instandsetzung mit maximal 822.500 Euro aus bewilligten Städtebaufördermitteln unterstützen, die sich explizit aus bewilligten Mitteln für die Instandsetzung des Seitenflügels (517.000 Euro) und um bewilligte Mittel für die Förderung von privaten Eigentümern bei Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen zusammensetzen. Die Förderung privater Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen aus Städtebaufördermitteln beträgt nur 40 Prozent, für dieses Vorhaben wurde auf 47 Prozent erhöht, da aufgrund des besonderen Charakters zusätzliche Kosten der Instandsetzung entstehen. Ob dadurch weniger private Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen gefördert werden können, wollte Klaus Fehse wissen. Dazu erklärte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel, dass es sich zwar um den gleichen Geldtopf handele, es sich „aber nicht beißt“.

Billiger wird Sanierung auch bei anderer Nutzung nicht

Ob eine andere Nutzung möglich wäre, die nicht so teuer wäre, wollte Fabian Prochorowsky wissen. Es wurde auch über die Nutzung als Wohnraum nachgedacht, „aber billiger wird die Sanierung auf keinen Fall“, so der Geschäftsführer. Das liege auch an den strengen denkmalrechtlichen Vorschriften. Gustav Wienecke hatte Bedenken, ob sich die Kosten für die Sanierung noch erhöhen könnten, da bei solchen Vorhaben oftmals Einiges nicht vorhersehbar ist. „Ich hoffe, Ihre Befürchtung trifft nicht zu“, sagte Wolfgang Oelze, „ansonsten trägt die Wobau die Mehrkosten“. Auf Nachfrage von Fabian Prochorowsky erklärte Wolfgang Oelze, dass bei Nichtzustimmung des Stadtrates für das Vorhaben in diesem Jahr nicht mit den Planungen und nächstes Jahr nicht mit der Sanierung begonnen werden kann. Sieghard Dutz setzte sich für das Vorhaben ein: „Wir müssen etwas tun, um das stadtbildprägende Denkmal zu renovieren“.

Sanierungspläne seot 2012

Wolfgang Oelze erklärte, dass die Sanierung seit 2012 im Gespräch sei. Zur damaligen Zeit gehörte das Große Hospital der Hospitalsstiftung, die eine Sanierung, da diese nicht dem Stiftungszweck entspricht, nicht vornehmen konnte. Deswegen wurde die Hospitalstiftung 2015 an die Wobau veräußert. Die Stadt hatte bereits begonnen, das Hauptgebäude zu sanieren. Es wurden von der Stadt eine Million Euro und von der Wobau nochmals eine Million Euro in die Sanierung investiert. In dem Gebäude ist der Gardelegener Wasserverband als Mieter. Bis zum vergangenen Juli war die Außenstelle des Landesschulamtes im Seitenflügel. Seit dem Auszug steht dieser leer. Der Wasserverband, so Wolfgang Oelze weiter, plant, sich zu vergrößern, weswegen der Wasserverband möglicherweise den oberen Teil des Seitenflügels mietet.

Back- und Bethaus wird abgebaut

Hinter dem Großen Hospital ist das Back- und Bethaus, das vor der Sanierung abgerissen werden soll. Es ist nur drei Meter vom Großen Hospital entfernt. Die Brandschutzbestimmungen können nicht eingehalten werden. Ein Mann möchte das Gebäude wieder woanders aufbauen, so Wolfgang Oelze.

Der Bauausschuss stimmte für die Instandsetzung des Seitenflügels mit der 47-Prozent-Förderung. Heute berät der Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Der Stadtrat entscheidet am 8. März.

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