1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Gardelegen

Von Lauchhammer nach Salzwedel

Erstellt:

Von: Stefan Schmidt

Kommentare

Drei Personen vor Altar
Steffen Doms (rechts) ist neuer Superintendent © Stefan Schmidt

Steffen Doms ist neuer Superintendent im Kirchenkreis Salzwedel.

Gardelegen – Der evangelische Kirchenkreis Salzwedel hat seit Sonnabend einen neuen Superintendenten. Bei der Herbstsynode, die im Andachtraum des Johanniterhauses Rieseberg in Gardelegen stattfand, wurde der 55-jährige Steffen Doms als neuer Chef des kirchlichen Verwaltungsamtes in Salzwedel gewählt. Die Synodalen benötigten für die jeweils geheimen Wahlen aber alle drei laut Satzung möglichen Wahlgänge, ehe der neu gewählte Superintendent von Präses Hans-Joachim Schulz beglückwünscht werden konnte.

Im ersten Wahlgang hätte einer der beiden anwesenden Bewerber – zur Wahl stand außerdem die Salzwedeler Pfarrerin Annette von Biela – zwei Drittel der 44 Stimmen erhalten müssen. Was aber nicht geschah. Und so gab es im unmittelbaren Anschluss einen zweiten Wahlgang, bei dem wieder beide Kandidaten antraten und bei dem erneut eine Zwei-Drittel-Mehrheit hätte benötigt werden müssen. Bei einem Abstimmungsverhalten von 27:17 gelang dies jedoch erneut nicht. Es folgte also Wahlgang Nummer drei. Da stand dann nur noch derjenige zur Wahl, der zuvor die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnte – also Steffen Doms. Und auch dabei war eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Doms wurde dann mit einer Stimmenzahl von 36 – bei acht Ablehnungen – gewählt und wird nun zehn Jahre lang Superintendent im Kirchenkreis Salzwedel sein. Sein Vorgänger Matthias Heinrich war im Mai in den in den Ruhestand gegangen. Übergangs-Superintendent war seitdem Letzlingens Pfarrer Gerd Hinke.

Beide Bewerber durften sich vor der Wahl jeweils den Synodalen, die aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern der einzelnen Pfarrbereiche bestehen, vorstellen. Steffen Doms ist gebürtiger Thüringer, wuchs in Hermsdorf („Da, wo das Autobahnkreuz ist“) auf, studierte ab 1989 und somit mitten in die politische Wendezeit hinein („Das war eine hochspannende Zeit für mich“) Theologie an der Universität von Jena und übernahm anschließend für 13 Jahre eine Pfarrstelle im ländlichen thüringer Raum, ehe der vierfache Familienvater nach Lauchhammer in die Lausitz wechselte, wo er Pfarrer und auch stellvertretender Superintendent ist. Für seine Stärken hält Steffen Doms „strukturelles Denken und zielgerichtetes Arbeiten“. Er spricht sich trotz der ländlich geprägten Altmark „gegen weiße Flecken“, also die Aufgabe von Regionen, aus („Die Grundversorgung soll bleiben“). Gleichzeitig könne der Kirchenkreis nicht alles flächendeckend anbieten. „Mit geht es nicht vorrangig um Quantität, sondern vielmehr um Qualität.“

Nebeneffekt der nun erfolgten Wahl von Steffen Doms: Seine Ehefrau ist ebenfalls Pfarrerin, wird mit ihm – die vier Kinder sind schon volljährig – in die Altmark ziehen und könnte vor Ort eine Pfarrstelle besetzen.

Auch interessant

Kommentare