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Stadt Gardelegen beteiligt sich finanziell an Zahnarztsuche

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Von: Stefan Schmidt

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Schild mit Öffnungszeiten
Es gibt immer weniger Zahnärzte im Gardelegener Stadtgebiet. © Stefan Schmidt

Die Stadt Gardelegen hat eine Kooperation mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung abgeschlossen.

Gardelegen / Letzlingen – Die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates haben am Montagabend während ihrer Zusammenkunft im Letzlinger Kulturhaus einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung, kurz KZV, und der Stadt zugestimmt. Es geht dabei um Anreize zur Gewinnung von Zahnärzten angesichts der Tatsache, dass mehr als die Hälfte der derzeit im Gardelegener Stadtgebiet tätigen Dentisten innerhalb der nächsten zehn Jahre ihre Praxen aus Altersgründen schließen werden. Teil dieses Vertrags ist, dass künftige Zahnärzte, die sich verpflichten, ihre Praxis nach Abschluss ihres Studiums im Gardelegener Stadtgebiet zu eröffnen, monatlich mit 500 Euro während ihres Studiums unterstützt werden. Und zwar aus der Stadtkasse.

„Ich finde das gut und unterstütze diese Initiative auch“, erklärte Ulrich Scheffler im Hauptausschuss, der wenige Tage vor dem Stadtrat zu seiner Sitzung im Gardelegener Rathaussaal zusammenkam. Aber: „Wo hören wir auf?“ Denn Scheffler, der Mitglied der Fraktion SPD/Freiwillige Feuerwehr/ Freie Wählergemeinschaft Südliche Altmark ist und selbst einen Betrieb leitet, erinnerte daran, dass es „auf allen Ebenen“ einen Fachkräftemangel gebe und Mitarbeiter gesucht werden – nicht nur bei Zahnärzten. Die Stadt Gardelegen unterstützt das Land zudem seit mehreren Jahren mit dem „Gardelehrer“-Projekt bei der Suche nach Lehrerinnen und Lehrern. Auch dabei wird das Studium aus der Stadtkasse mitfinanziert. Als Gegenleistung verpflichten sich die Stipendiaten, später im Gardelegener Stadtgebiet zu unterrichten – wenn das Land sie denn auf eine hiesige Schule entsendet.

Auch Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher sieht die Problematik: „Wir machen Sachen, für die wir nicht zuständig sind.“ Denn Lehrergewinnung ist Sache des Landes. Aber es nutze nichts, so die Bürgermeisterin, die Hände tatenlos in den Schoß zu legen und abzuwarten. Ihre Erfahrungen aus dem „Gardelehrer“-Modell: Angesprochen fühlen sich vor allem künftige Lehrkräfte, die im Gardelegener Stadtgebiet aufgewachsen sind und nach Abschluss ihres Studiums wieder in die alte Heimat zurückkehren wollen.

Die Mitglieder des Gardelegener Stadtrates stimmten am Montagabend in Letzlingen dem Kooperationsvertrag zu.

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