Gelände bei Gardelegen darf nur zu Fuß betreten werden

Gedenkstätte: Poller verhindern das Befahren

Poller vor Gebäude
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Poller verhindern ein Befahren der Gedenkstätte.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Weil einige Autofahrer bis ans Gräberfeld vorgefahren sind, verhindern nun Poller das Befahren.

Gardelegen – Die allermeisten Besucher der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe, so betont deren Leiter Andreas Froese, würden sich korrekt verhalten. Sie nutzen den neuen Parkplatz vor dem Eingang zum Gelände. Oder stellen ihre Fahrräder am Fahrradstand ab. „Doch es gab in der Vergangenheit auch Ausnahmen“, erzählt Froese. So habe es vereinzelt sogar Autofahrer gegeben, die mit ihren Wagen mitten auf die Gedenkstätte und direkt vor das Gräberfeld, auf dem die Häftlinge des Feldscheunen-Massakers vom 13. April 1945 begraben liegen, gefahren sind. „Das geht natürlich nicht“, ärgert sich Froese. Denn der Außenbereich sei „nichts anderes als ein Friedhofsgelände“ – und auf das fahre man ja auch nicht mit dem Auto. Nun verhindern Poller vor dem Eingang des Besucher- und Dokumentationszentrums ein Befahren des Geländes.

Verbotsschild soll kommen

Ähnlich verhält es sich mit Radfahrern. Speziell in diesem Sommer, so berichtet der Gedenkstättenleiter, seien viele Radtouristen zur Gedenkstätte geradelt, um sie sich anzuschauen. Auch hier gilt: Die überwiegende Mehrheit verhält sich diszipliniert. Aber es gebe auch vereinzelt Radfahrer, die das weitläufige Gelände befahren, statt es zu Fuß zu erkunden. Geplant sei deshalb die Aufstellung eines Verbotsschildes für Radfahrer im Eingangsbereich, kündigt Andreas Froese an. Und auch hier zieht er einen Vergleich zu herkömmlichen Friedhöfen, die auch nicht mit dem Drahtesel befahren werden dürfen.

Flyer in vier Sprachen

Unterdessen hat die Landes-Gedenkstättenstiftung, die Träger der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe ist, auf die Internationalität vieler Besucher reagiert. Vor dem Haupteingang kann Informationsmaterial kostenlos genommen werden. Diese Flyer sind in vier Sprachen gedruckt. Neben Deutsch und Englisch auch in Französisch und Polnisch – viele der in der Feldscheune getöteten KZ-Häftlinge kamen aus diesen Ländern, manche ihrer Nachfahren steuern deshalb auch heute noch gezielt Gardelegen und die Gedenkstätte an.

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