Miestes Grundschul-Chor hofft auf baldige Auftritte

„Spatzen“ sind seit fast zwei Jahren verstummt

Kinderchor
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Der letzte Auftritt der „Drömlingsspatzen“ liegt fast zwei Jahre zurück.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Der Miester Grundschul-Chor darf seit fast zwei Jahren weder üben noch auftreten.

Mieste – Es war vor knapp zwei Jahren, Anfang 2020. Da übten die damals 72 Mädchen und Jungen des Miester Grundschul-Chores, der „Drömlingsspatzen“, für ihr alljährliches Sommerkonzert. „Wir waren mit dem Programm schon sehr weit, weiter als in den Jahren zuvor“, erinnert sich Kerstin Finger. Die 60-Jährige leitet den Chor seit 1981, als sie als junge Lehrerin an die Miester Schule kam.

Doch dann kam der März 2020. Und Corona. Es folgte der erste Lockdown. Seitdem hat der Chor weder geprobt noch einen Auftritt gehabt. „Ich werde ganz oft gefragt“, erzählt die Grundschul-Lehrerin, „wann wir wieder auftreten, wann wir wieder bei Seniorennachmittagen oder auf Dorffesten singen“. Aber das weiß die Chorleiterin aktuell nicht.

Und so gibt es die Situation, dass im damaligen Schuljahr 2019/2020 Zweitklässler in den Chor aufgenommen wurden, die wenige Monate später zwangspausieren mussten – und zum Ende des jetzigen Schuljahres die vierte Klasse und somit auch die Grundschule und auch die „Drömlingsspatzen“ verlassen, ohne bis dahin wieder aufgetreten zu sein. Denn in der Natur eines Grundschulchores liegt es – anders als bei einem Frauen-, Männer- oder Gemischten Chor –, dass die Mitglieder nur kurz dabei sind. Kerstin Finger nimmt Mädchen und Jungen ab der zweiten Klasse bei den „Drömlingsspatzen“ auf. Mit der Folge, dass jene Schüler, die im Sommer 2020 und im Sommer 2021 in die zweite Klasse kamen, bis heute nicht im Spatzenchor mitsingen dürfen. „Dabei hat es aber immer Anfragen gegeben“, weiß Kerstin Finger. Sie hat deshalb wenig Sorge, dass bei einer Wiederaufnahme der Übungsstunden nicht genügend Kinder mitmachen wollen. „Eines kann ich versprechen“, kündigt die Leiterin an: „Wenn wir wieder auftreten dürfen, dann tun wir das auch.“ Sie sagt das auch mit Blick auf manche Senioren, „die unseren Chor sehr vermissen“, in dem auch mal das eigene Enkelkind mitsingt.

Als die heute 60-Jährige im Jahr 1981 als Lehrerin in Mieste anfing, war sie die erste und bis heute einzige Leiterin des Schulchores, der vor rund zehn Jahren in „Drömlingsspatzen“ umbenannt wurde. Zu DDR-Zeiten sollte der Chor „Pionierchor“ heißen, erinnert sie sich. „Doch dagegen habe ich mich gewehrt“. Denn bei diesem Namen „hätten wir einen Teil der Kinder“, also die Nicht-Pioniere, „vom Chorgesang ausgeschlossen“. Kerstin Finger, die an der Miester Grundschule Musik und Religion unterrichtet, ist der festen Überzeugung: „Jedes Kind kann singen.“ Und so ist sie sich sicher: Wenn der Übungsbetrieb wieder aufgenommen werden kann, „dann werden wir auch bald wieder Konzerte geben können“, weil nicht lange geprobt werden müsse.

Die Situation unter den momentanen Corona-Einschränkungen seie zwar „für uns alle unbefriedigend“, sagt Kerstin Finger. Aber: „Wir geben die Hoffnung nicht auf“, dass die „Drömlingsspatzen“ bald wieder zwitschern dürfen.

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