Berufsfindung: Gina Schoof aus Jävenitz ist die neue FSJ-lerin im Gardelegener Altmark-Klinikum

„Die Aufstehzeit ist dieselbe“

Gina Schoof aus Jävenitz absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Altmark-Klinikum Gardelegen. Ein Weg zur Berufsfindung, der auch für andere Jugendliche interessant sein könnte. Foto: Walter

Gardelegen. Glatte Kunststoffböden, blinkende Automaten, der Geruch von Desinfektionsmitteln und das leise Ticken der weißen Krankenhausuhr.

Bei vielen Menschen, die als Besucher in ein Krankenhaus kommen, genügt schon die Kombination dieser Eindrücke, um ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend entstehen zu lassen. Bei Gina Schoof ist das anders. Die 16-Jährige leistet seit dem 1. September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auf der Intensivstation (ITS) des Gardelegener Altmark-Klinikums ab. Damit möchte sie herausfinden, ob das von ihr angestrebte Berufsfeld auch wirklich zu ihr passt. Ein Weg, der auch für andere Jugendliche interessant sein könnte.

Wie alle Mitarbeiter ihrer Station trägt Gina Schoof einen hellroten Arbeitskittel, als sie gestern Vormittag im Aufenthaltsraum ihres Teams über ihre neue Arbeitswelt berichtet. Neben ihr hat Pflegedienstleiterin Sandra Bothe Platz genommen. „Angefangen hat alles damit, dass mich Kinder so begeistert haben“, erzählt die junge Frau. Bereits als Schülerin der zehnten Klasse der Gardelegener Karl-Marx-Sekundarschule habe sie sich deshalb entschieden, auf eigene Faust ein Praktikum im Gardelegener Krankenhaus zu machen – und zwar auf der Entbindungsstation des Hauses.

Weil es Gina dort so gut gefiel, bewarb sie sich nach ihrem Schulabschluss dann für ein FSJ im Gardelegener Krankenhaus. „Ich habe gedacht, ich probiere das jetzt mal aus, damit ich nachher nicht enttäuscht bin“, berichtet die 16-Jährige.

Dass sie bei ihrem FSJ gleich auf der Intensivstation eingesetzt werden würde, damit hatte Gina damals nicht gerechnet. Dennoch sagt sie heute: „Es gefällt mir sehr gut hier, ich bin zufrieden“. Vor allem könne man auf der Intensivstation die meisten Erfahrungen sammeln und so besser beurteilen, ob einem ein medizinischer Beruf tatsächlich liege.

Beschäftigt ist die 16-Jährige während ihres achtstündigen Dienstes auf der ITS vor allem mit Hol- und Bringediensten. Außerdem hilft sie den Schwestern bei der Körperpflege der Patienten, füllt medizinische Schränke auf und richtet die Zimmer her. Trotz der Umstellung nach der Schule kommt sie auch mit der Mehrbelastung gut zurecht. „Die Aufstehzeit ist dieselbe wie in der Schulzeit“, erzählt Gina schmunzelnd. Und wenn sie nach der Arbeit müde sei, dann lege sie sich eben mal eine Stunde hin.

Mit ihrer Entscheidung für ein FSJ ist die 16-Jährige zumindest innerhalb ihres Abschluss-Jahrgangs trotzdem ziemlich allein. „Die meisten, die ich kenne, machen entweder ihr Fachabitur in Stendal oder eine Ausbildung“, berichtet die Jävenitzerin. Dabei könnten nach Ansicht von Sandra Bothe viele Jugendliche von einem FSJ profitieren. „Es ist immer von Vorteil, so etwas zu machen“, betont die Pflegedienstleiterin. Man wisse dann, „Der- oder Diejenige hat schon mal im eigenen Haus gearbeitet, das kann ich mir gut vorstellen, dass der bei uns anfängt“. Auch wenn Gina Schoof sich noch nicht auf den Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers, wie der Beruf der Krankenschwester heute korrekt heißt, festgelegt hat, eines ist für sie bereits sicher: „Ich möchte im medizinischen Bereich bleiben.“ Bis zum August hat die Teenagerin nun noch Zeit, zu entscheiden, wohin genau ihr Weg sie führen soll.

Alle anderen unter 27 Jahren, die nun neugierig auf die Möglichkeit eines FSJ im Altmark-Klinikum geworden sind, können sich dort jederzeit bewerben. „Wir freuen uns, wenn wir junge Leute finden, die sich bei uns sozial engagieren wollen“, betont Pflegedienstleiterin Sandra Bothe. Während Bewerbungen das ganze Jahr über eingereicht werden könnten, sei das FSJ auf den Zeitraum August bis September des Folgejahres festgelegt, so Bothe. Damit werde ein reibungsloser Übergang zu Ausbildung oder ähnlichem gewährleistet.

Von Alexander Walter

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