Ortsbürgermeister ist „schockiert“ über AfD-Sieg in Kloster Neuendorf

Andreas Höppner denkt über Rücktritt nach

Trauriger Mann
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Andreas Höppner denkt über einen Rücktritt nach.
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Die AfD ist bei der Bundestagswahl in Kloster Neuendorf stärkste Partei geworden. Das erschüttert Ortsbürgermeister Andreas Höppner (Die Linke).

Kloster Neuendorf – „Mein erster Gedanke war am Wahlabend tatsächlich: Ich höre auf.“ Andreas Höppner, der Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf, war auch am Montag, einen Tag nach der Bundestagswahl, „entsetzt“ und „schockiert“, wie in Kloster Neuendorf abgestimmt wurde. Und schließt einen baldigen Rücktritt als ehrenamtlich tätiger Ortsbürgermeister weiterhin nicht aus.

Denn die AfD holte in Kloster Neuendorf die meisten Stimmen. Bei der Erststimme siegte AfD-Mann Arno Bausemer mit 26,43 Prozent, bei der Zweitstimme – der Parteienstimme – liegt die AfD mit 24,78 Prozent gemeinsam mit der SPD auf Platz eins. Damit ist Kloster Neuendorf das einzige Dorf im Gardelegener Stadtgebiet, in dem die AfD die meisten Stimmen erhalten hat.

„Relativ gute Arbeit geleistet“

Zwar hat eine Bundestagswahl nur bedingt etwas mit der Kommunalpolitik vor Ort zu tun. Aber das Ergebnis hat Höppner offenbar unvorbereitet erwischt und lässt ihn rätseln. „Ich bilde mir ein, dass wir im Ortschaftsrat eine relativ gute Arbeit leisten.“ So hat es unlängst eine umfangreiche Einwohnerbefragung gegeben, was im Ort verbessert werden könnte. Und: Kloster Neuendorf galt jahrelang als „Schwarz“, mit dem langjährigen Bürgermeister Ingo Jonitz, einem CDU-Urgestein. Höppner selbst war bis zum Sommer Landtagsabgeordneter der Linkspartei.

Am Wahlabend hätten sich auch weitere Ortschaftsratsmitglieder entsetzt über das Klosteraner Wahlergebnis gezeigt und über Konsequenzen nachgedacht, berichtet Höppner.

Am 20. Oktober, also in vier Wochen, findet die nächste Zusammenkunft des Ortschaftsrates statt. Bis dahin will Andreas Höppner als Ortsbürgermeister im Amt bleiben. „Was danach wird, werden wir sehen...“

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