Musical Factory Gardelegen führte Silvester-Klassiker in Mieste und im Volkshaus auf

Dicke Luft bei „Dinner for one“

Regisseur Schenk hat es nicht leicht, den Schauspielern seine Auffassung von Ausdruck, Mimik und Gestik beizubringen.

Gardelegen. Das Silvester-Highlight und Inhaber des Guinnessbuch-Eintrages für das am meisten wiederholte Fernsehstück „Dinner for one – Wie alles begann. . . “ wurde am Sonnabend im Gardelegener Volkshaus in der Version der Musical Factory Gardelegen (MFG) aufgeführt.

Tags zuvor gab es bereits eine Vorstellung im ehemaligen Miester Kinosaal.

Zunächst wurden die Zuschauer Zeugen einer Probe. Regisseur Schenk (alias Volker Winkel) hatte sich vorgenommen, den Silvesterklassiker mit dem mäßig begabten Schauspieler Klaus Thielmann, dargestellt von Ulf Wilmerstaedt, und seiner Partnerin Elvira Strömer (Heike Schmiede) zu besetzen. Privat scheint es zwischen Elvira und Klaus jedoch jede Menge Spannungen zu geben. Und so gerät die Probe zum Desaster. Klaus moniert Elviras Hang zum Melkfett-Makeup, sie dagegen ist angewidert von seinen schwitzigen Händen. Außerdem besteht Regisseur Schenk darauf, die Story aufzudröseln und Sir Toby, Mr. Pommeroy, Admiral von Schneider und Mr. Winterbottom genauestens vorzustellen.

In der Szenenpause wurde aus dem tristen Probenraum die bekannte Geburtstagstafel der Miss Sophie inclusive Blumenvase und Kerzenleuchter. Und auch das Probetigerfell wird tatsächlich gegen ein „echtes“ mit Kopf zum stylischen Stolpern ausgetauscht.

Nach einem erneuten giftigen Wortgefecht der beiden Darsteller geht es tatsächlich los: „Dinner for one“ mit dem fußkranken Butler James und der trinkfesten Jubilarin Miss Sophie. Vor jedem Gang und zunehmend lallend fragt Butler James: „The same procedure as last year, Miss Sophie?”. Diese erwidert regelmäßig: „The same procedure as every year, James”. Bevor sich am Ende beide ins Schlafzimmer begeben, setzt James augenzwinkernd den Schlusspunkt mit dem Satz: „Well, I’ll do my very best” (Nun, ich werde mein Allerbestes geben).

Von Frank Olvermann

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