Vertreterversammlung der Volksbank eG Gardelegen im Landgasthof Berge / Dividende liegt bei 54 063 Euro

„Deutsche bevorzugen kleine Banken“

Die Referenten der Veranstaltung (v. l.): Joachim Porsiel und Andrea Lenz vom Vorstand, Aufsichtsratsvorsitzender Günter Hoop und Wirtschaftsprüfer des Genossenschaftsverbandes Mario Kiesling.
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Die Referenten der Veranstaltung (v. l.): Joachim Porsiel und Andrea Lenz vom Vorstand, Aufsichtsratsvorsitzender Günter Hoop und Wirtschaftsprüfer des Genossenschaftsverbandes Mario Kiesling.
  • vonMarilena Berlan
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Berge. „Im vergangenen Jahr ist die Zahl unserer Mitglieder von 3008 auf 3056 gewachsen“, sagte Günter Hoop, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank eG Gardelegen, auf der Vertreterversammlung im Landgasthof Fleig in Berge.

Dieser Mitgliederzuwachs sei, so glaube er, kein Zufall. Laut einer Umfrage, auf die er sich bezieht, ziehen 55 Prozent der Deutschen kleine, lokalen Banken anderen Bankmodellen vor. Damit steigt die Popularität kleinerer, regionaler Bankinstitute. Diese Entwicklung sei nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA, Frankreich und Großbritannien zu verzeichnen. Zudem zeige die Umfrage, dass viele Menschen sich Banken wünschen, die nicht gewinnmaximierend agieren. Außerdem wollen sie auch keine privaten, börsenorientierte Banken sowie Geldinstitute, die in Staatsbesitz sind. Hier liege die Volksbank Gardelegen, so Günter Hoop, klar im Trend. Denn sie existiere durch die Eigeninitiative der Menschen vor Ort und sei unabhängig vom Staat.

Dividende von vier Prozent

Trotz der Niedrigzinsphase und der Einführung des neuen EDV-Systems im vergangenen Jahr, das das Tagesgeschäft erheblich belastete, wurde ein zufriedenstellendes Ergebnis erwirtschaftet, teilte Joachim Porsiel vom Vorstand mit. Das wirtschaftliche Eigenkapital wurde 2016 um 773 000 Euro gestärkt. Dadurch konnte eine Dividende von vier Prozent, also 54 063,26 Euro, an die Mitglieder ausgezahlt werden. Und auch wenn die Dividende im Vergleich zum Vorjahr – da lag sie bei 68 818,52 Euro – niedriger ausfiel, liegt sie für Joachim Porsiel „vergleichsweise immer noch auf hohem Niveau“.

Niedriger Zinssatz: ungünstig für Sparer

Die 75 Gäste des Abends setzten sich aus 41 Vertretern, 14 eingeladenen Gästen, sieben Aufsichtsräten, zwei Vorständen sowie elf Mitarbeitern zusammen.

Der niedrige Zinssatz war an dem Abend ein wichtiges Thema. Nicht zuletzt, weil das aktuelle Zinsniveau den Markt verändert, sondern weil es sich nachteilig auf Sparer auswirkt. „Die Inflation kehrt zurück, aber die Zinsen bleiben unten. Für Sparer ist das die denkbar schlechteste Nachricht“, betonte Andrea Lenz vom Vorstand. Diejenigen, die vom steigenden Aktienkurs sowie von den steigenden Immobilienpreisen profitieren, seien die Wenigsten. Die Mehrheit der Deutschen habe weder in Aktien noch in Immobilen investiert, sondern in klassische Sparformen wie das Sparbuch. Ihr Vermögen sei langfristig weniger wert. Dennoch verändern viele Deutsche ihr Anlageverhalten nicht, so die Bankfrau.

Sie animiert zum Umdenken. „Sparen ist immer noch sehr positiv besetzt. Das gilt es auch zu bewahren. Ich möchte dazu ermutigen, die Renditechancen der Gegenwart zu nutzen. Es ist zu empfehlen, zumindest einen Teil des Vermögens in Investmentfonds zu investieren. Auch Fondssparpläne sind zeitgemäß und flexibel“, sagte sie.

Neu entwickelte Kontoführungsmodelle

Ein weiteres Thema des abends waren die neuen Kontoführungsmodelle, die ab 1. Juli dieses Jahres gültig werden. „Viele Banken haben in der Vergangenheit aus Wettbewerbsgründen keine oder nur sehr geringe Gebühren für Girokonten erhoben. Diese Quersubventionierung des Zahlungsverkehrs musste aufgrund rückläufiger Gewinne aus dem zinsabhängigen Geschäft eingestellt werden. Wir mussten unsere Konzepte im Bereich Zahlungsverkehr neu überdenken“, berichtete Joachim Porsiel. Entstanden sind dabei vier neue Kontoführungsmodelle für Privatkunden und drei neue Kontoführungsmodelle für Firmen. Nähere Informationen gibt es in den entsprechenden Volksbankfilialen.

Zusammensetzung des Wahlausschusses

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Zusammensetzung des Wahlausschusses für die Vertreterwahl 2018, zu der an dem Abend noch sieben Genossenschaftsmitglieder gewählt wurden. Der Wahlausschuss für die bevorstehende Vertreterwahl setzt sich aus dem Vorstand (Joachim Porsiel und Andrea Lenz) sowie aus den drei Mitgliedern des Aufsichtsrates Günter Hoop, Christian Mahlow und Stefan Kampe zusammen. Zu den gewählten sieben Genossenschaftsmitgliedern gehören Heike Jahn, Reingard Lüer, Ronny Böhm, Klaus Hallmann, Jörg Krüger, Diethard Neubauer und Manfred Schwabe.

Umrahmt wurde die Veranstaltung von Ehrungen (mehr dazu in einer der nächsten Ausgaben) sowie von einem gemütlichen Abendessen, bei dem die 75 anwesenden Gäste ins Gespräch kamen und einen zahlenlastigen Abend hinter sich lassen konnten.

Von Marilena Berlan

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