Fast vergessenes Kriegerdenkmal mit spannender Geschichte

Die Goldelse von Gardelegen

Kriegerdenkmal
+
Das alte Kriegerdenkmal hat längst ausgedient.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
    schließen

Das alte Kriegerdenkmal am Planschbecken in Gardelegen hat eine spannende Geschichte.

Gardelegen – „Im Prinzip ist das unsere Siegessäule.“ Das sagt Rupert Kaiser, Mitarbeiter im städtischen Kulturamt und als Stadtführer Julius Beck, dem Alt-Bürgermeister, regelmäßig im Einsatz. Kaiser meint das fast schon monumental anmutende alte Kriegerdenkmal auf dem Wall in Gardelegen, gleich neben dem Planschbecken. Mittlerweile wird der Sockel schon von Efeu umrankt. Eine offizielle Funktion hat das 147 Jahre alte Denkmal längst nicht mehr.

Aber eine spannende Geschichte. Denn die Kriege, die an der Tafel aufgeführt sind, sind dieselben wie an der Siegessäule in Berlin, von den Einheimischen auch „Goldelse“ genannt. Es sind dies der deutsch-dänische Krieg 1864, der preußisch-österreichische Krieg 1866, der deutsch-französische Krieg 1870/71 sowie die beiden Weltkriege.

Adler ist verschwunden

Spannend ist auch die Geschichte des Reichsadlers, der einst auf dem Denkmal thronte. Bis 1939, so berichtet Rupert Kaiser, schaute er gen Osten, Blickrichtung Bolschewismus. 1939 wurde der Adler restauriert, wieder aufgesetzt – und blickte plötzlich in Richtung des damaligen „Erzfeindes“ Frankreich. Zu DDR-Zeiten fiel er bei einem Sturm herunter und war kurz danach verschwunden – niemand wisse, wo er heute ist und ob es ihn überhaupt noch gibt, erzählt Rupert Kaiser.

Julius Beck, den Kaiser bei seinen Stadtführungen verkörpert, war übrigens von 1881 bis 1923 Bürgermeister von Gardelegen und hat während dieser 42 Jahre viel für die Stadt getan. „Das Kriegerdenkmal stand aber schon vorher“, betont Rupert Kaiser.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare