Estedts Kita-Kinder bedanken sich beim 86-jährigen Otto Volber

Der „Waldfüchse“-Vater will wiederkommen

Mann mit Kindern und Eule.
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Otto Volber bringt den Kita-Kindern die Natur näher.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Der mittlerweile 86-jährige Otto Volber hat vor Jahren das „Waldfüchse“-Projekt ins Leben gerufen. Nun hört er allmählich auf.

Einmal, so erinnert sich Otto Volber, war er mit einer Vorschulklasse im Wald. Der passionierte Jäger erklärte den Kindern die Natur. Als ein kleiner Junge etwas schüchtern am Rand stand. „Und Du?“, ging der heute 86-Jährige auf den Steppke zu. „Weißt Du, welche Farbe eine Kornblume hat?“ Der Junge schüttelte mit dem Kopf. Volber hakte nach: „Gehen Deine Eltern mit Dir nie im Wald spazieren?“ Der Junge verneinte, „dafür haben sie keine Zeit.“

Die Natur kennenlernen

Genau das ist es, was den Mann aus Estedt ärgert: „Junge Menschen müssen doch die Natur kennenlernen“, sagt er. Deshalb hat Otto Volber vor vielen Jahren – wann genau, weiß er gar nicht mehr – das „Waldfüchse“-Projekt in Zusammenarbeit mit der Kita in Estedt ins Leben gerufen. Anlass war die Errichtung des Naturlehrpfades am Rande des Schießplatzes Kahnberg in den Hellbergen. Dort sind Tiere ausgestellt, dort kann Otto Volber unendlich viel über die Natur – und nicht nur über die Kornblume – erzählen. Er tut dies mit Leidenschaft und Begeisterung. Auch gestern wieder.

Denn da wollten die Vorschulkinder der Estedter Kita, die erst vor wenigen Tagen ihren „Waldfüchse“-Abschluss mit entsprechender Urkunde absolviert hatten, ihrem Natur-Erklärer für die jahrelange Arbeit danken. Otto Volber ist gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe, so dass er am Dienstag auch nicht in die Kita kommen konnte. Also kamen die Kleinen zu ihm und seiner Ehefrau Lisel nach Hause – die Volbers wohnen nur einen Steinwurf von der Kita entfernt. „Wenn ich wieder einigermaßen auf dem Damm bin“, so versprach er Kita-Leiterin Juliane Schulz, „dann komme ich wieder zu Euch rüber“. Diese Ankündigung freute auch Detlev Riesner vom Forstrevier Berge, der beim Besuch ebenfalls dabei war. Die Kita-Leiterin hofft genauso auf eine zumindest teilweise Rückkehr des 86-Jährigen denn „Ihr Wissen ist soooo groß“.

Und wer mit seinen Eltern noch nie im Wald war: Eine Kornblume ist blau.

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